Wilhelm Lehmbruck „Kniende“

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden – Skulpturensammlung
Georg-Treu-Platz 2
01067 Dresden

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 93 (1994).
Kategorie:
Jahr: 1994
Künstler: Lehmbruck; Wilhelm
Gattung: Plastik/Skulptur
Land: Sachsen

Beschreibung

Wilhelm Lehmbrucks (1881-1919) 1911 entstandener Figur Die Kniende wurde schon zu Lebzeiten des Künstlers ihre herausragende Rolle innerhalb der deutschen Bildhauerei zuerkannt. Die Figur mit ihren überlangen Gliedmaßen, dem gestreckten Oberkörper und dem prononciert gesenkten Kopf bildete den Auftakt der expressionistischen Plastik in Deutschland. Der Dichter Theodor Däubler bezeichnete sie 1916 als Vorwort zum Expressionismus in der Skulptur. Insgesamt existierten vier Steingüsse der Figur, die der Bildhauer in Auftrag gab. Davon wurden während des nationalsozialistischen Bildersturms bzw. durch den 2. Weltkrieg die beiden Museumsexemplare in Berlin und München vernichtet. Heute befindet sich ein Steinguß im Museum of Modern Art in New York, der zweite konnte nun an seinen Ursprungsort, in die Sammlung des Albertinums nach Dresden, zurückkehren. Er ist damit der einzige alte erhaltene Steinguß der Lehmbruckschen Figur der Knienden in Europa. Den Güssen, deren Materialzusammensetzung und Farbtönung von Lehmbruck selbst kontrolliert wurden, kommt heute Unikatcharakter zu. Die Besonderheit des Steingusses, die robuste Technik, die Lehmbruck für alle Großplastiken favorisierte, besteht in der Wirkung der jeweils wechselnden Oberflächen, in der Tönung von hellem Grau bis zu Grün und in der Intensivierung des Ausdrucks. Die Kniende war 1920 für das Dresdner Albertinum gegossen und erworben und 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden. Danach gelangte sie in die Chrysler Sammlung nach New York und konnte nun bei einer Auktion in New York für Dresden zurückgewonnen werden. Sie bildet heute wie damals den Höhepunkt der Skulpturensammlung der Moderne in Dresden.Ersteigert wurde die Lehmbruck Figur in New York mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Bundesministeriums des Innern, des Freistaats Sachsen und des Ernst von Siemens-Kunstfonds (Zwischenfinanzierung).