Genter Raum

10,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 194 (2001).
Kategorie:
Jahr: 2001
Gattung: Installationen
Künstler: Knoebel; Imi
Land: Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Ende der 70er Jahre unternahm das Genter Museum van Hedendaagse Kunst den Versuch, ein Resümee über das künstlerische Schaffen der letzen zehn Jahre zu erstellen. Das Unternehmen mit dem Titel Kunst in Europa nach 68 entsprach dem Bedürfnis nach einer Bestandsaufnahme, die sich aus der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen in Abgrenzung zur traditionellen Tafelmalerei ergeben hatte.Zu den ausgewählten Künstlern gehörte der 1940 geborene Imi Knoebel. Er hatte bei Joseph Beuys studiert und war seit Ende der 60er Jahre durch seine radikal abstrakt-geometrischen Installationen und Projektionen aufgefallen. An dem aufwendigen Werk, das er auf der Ausstellung zeigte und das nach dem Ort seiner ersten Einrichtung Genter Raum genannt wird, hatte er etwa zwei Jahre in seinem Düsseldorfer Atelier gearbeitet.Der Genter Raum besteht aus 449 variabel angeordneten Holzplatten, die der Künstler beidseitig mit dem Pinsel lackiert hat. Es handelt sich um 76 industriell gefertigte Türblätter in der Größe von 200 x 80 x 4 cm. Sechzehn von diesen hängen als Querformate in Gruppen übereinander an den Wänden. Weitere Türblätter liegen in Stapeln parallel beziehungsweise im rechten Winkel zu den Wänden auf dem Boden. Diese nach Farben sortierten Stapel sind weiß, schwarz, gelb, in Naturton und in Phosphorgelb lackiert. Um sie herum liegen unregelmäßig gesägte Abschnitte aus dünneren Sperrholzplatten. Sie sind, zu Haufen geschichtet, ohne erkennbare Ordnung im Raum verteilt und in den Farben Weiß, Gelb, Türkis und in zwei unterschiedlichen Phosphorgelbtönen gestrichen. In den zwanzig Jahren seit der ersten Präsentation ist der Genter Raum in zwölf Varianten unter den unterschiedlichsten räumlichen Bedingungen und in divergierenden Zusammenhängen aufgebaut worden. Die vorläufig letzte Einrichtung der Installation erfolgte in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im Oktober 2000.Imi Knoebel präsentierte mit dem Genter Raum seine Auffassung von einer neuen Dimension der Malerei. Der Künstler hatte sich seit Anfang an als Maler verstanden und seine vielfältigen Tätigkeiten unter diesem Begriff zusammengefasst. Der Genter Raum stellt somit die Summe seines Schaffens bis 1980 dar und bildet innerhalb seines Œuvres eine bedeutende Zäsur.Mit dem Erwerb, den neben der Kulturstiftung der Länder die Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen förderte, wurde es möglich, den Genter Raum an dem Ort zu erhalten, an dem er entstand.