Musikhandschriften und Briefe aus dem Archiv Avè-Lallemant

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck
Königstraße 42
23552 Lübeck

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 197 (2001).
Kategorie:
Gattung: Musik
Land: Schleswig-Holstein

Beschreibung

Die Musikhandschriften und Briefe aus dem Familienarchiv Avé Lallemant entstammen einer bedeutenden Privatsammlung, die den persönlichen Beziehungen der Familienangehörigen, insbesondere des langjährigen Chronisten und Vorstandsmitglieds der Philharmonischen Gesellschaft in Hamburg, Theodor Avé Lallemant (1805-1890), zu Johannes Brahms, Clara und Robert Schumann und anderen Größen des Musiklebens im 19. Jahrhundert wie Hector Berlioz oder Jenny Lind zu verdanken ist.Theodor Avé Lallemant, der wie kaum ein zweiter die bürgerliche Musikpflege in den norddeutschen Städten förderte und vorantrieb, stand mit vielen bedeutenden Komponisten und Virtuosen in enger, vielfach freundschaftlicher Verbindung. Clara Wieck war 1838 in den Hamburger Philharmonischen Konzerten aufgetreten, mit dem Ehepaar Schumann war er seit 1842 verbunden, Joseph Joachim lernte er 1849 anlässlich seines Beethoven-Konzerts kennen. Verhältnismäßig spät entstand der Kontakt zu Johannes Brahms, der, wie Avé Lallemant in seinen Rückerinnerungen eines alten Musikanten berichtet, 1855 zum ersten Mal in den Philharmonischen Konzerten auftrat. In der Folgezeit profitierte Brahms nicht unwesentlich von Avé Lallement – er studierte in dessen hervorragender Musikbibliothek und bekam manches Autograph und rare Musikliteratur zum Geschenk.Von beträchtlichen Wert sind zwei bisher unbekannte Musikautographe von Johannes Brahms (um 1860) und Robert Schumann. Besondere Beachtung beanspruchen ebenso die einzigartigen Abschriften von vier Liedern und drei Klavierstücken Clara Schumanns, von denen bislang kein Autograph bekannt geworden ist. In ihren Briefen an Avé Lallemant spricht sie in aller Offenheit von ihren familiären und künstlerischen Sorgen oder äußert sich direkt über Johannes Brahms. Den innigen Charakter ihrer Beziehungen zu Theodor Avé Lallemant unterstreicht sie schließlich eindringlich in ihrem Kondolenzbrief an die Witwe Avé Lallemants vom 11. November 1890.Die Chance, die für die Brahms- und Schumann-Forschung wie auch für die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts allgemein unschätzbar wichtigen Dokumente vor der Zerstreuung bewahrt und im Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck zugänglich gemacht zu haben, wurde mit bewährter Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Possehl-Stiftung Lübeck, der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein und des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien glücklich genutzt.