Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Aquarelle, Gouachen und Zeichnungen

10,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen
Burgplatz 4
99423 Weimar

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 274 (2006).
Kategorie:
Jahr: 2006
Gattung: Malerei
Land: Thüringen
Künstler: Tischbein; Johann Heinrich Wilhelm

Beschreibung

Erstmals zeigt die Klassik Stiftung Weimar in einer Ausstellung die Neuerwerbungen ihrer Sammlung von Werken Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins (1751-1829). Mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder konnten rund 200 Aquarelle, Zeichnungen und Gouachen erworben werden, die eindrücklich die Beziehung des Malers zu Goethe beleuchten. Sie waren 2003 als Teil seines Nachlasses aus dem Privatbesitz des Oldenburger Herzogtums zur Auktion gelangt. J.H.W. Tischbein wird nicht zu Unrecht auch „Goethe-Tischbein“ genannt. Der Sproß einer großen Malerfamilie stand zeit seines Lebens in engem Kontakt zu Goethe. Basis und zugleich Höhepunkt der Freundschaft war ein gemeinsamer Aufenthalt in Rom 1786/87. Hier manifestierte sich die dichterische und malerische Sehnsucht der beiden Künstler nach „Arkadien“. Besonders Tischbein war nachhaltig von Goethe beeindruckt. Seine Bilder können als der malerische Versuch intepretiert werden, in Deutung und Neudeutung die poetischen Themen der Klassik aufzuarbeiten. Vor allem die Portraitierung von Tieren und seine idyllischen Naturdarstellungen machen Tischbein auch kunsthistorisch bedeutsam. Überdies gilt der klassizistische Maler in späten Jahren stilistisch als Vorbote der deutschen Romantik.Die Klassik Stiftung Weimar bemühte sich mit großem Engagement, jene Arbeiten des unter großem Forschungsinteresse versteigerten Tischbein-Nachlasses zu erwerben, die im direkten Zusammenhang mit Goethe stehen. Rund ein Drittel des Konvolutes kam so in die Weimarer Sammlung. Sie umfasst nun 500 Werke des „Goethe-Tischbeins“ und steht damit deutschlandweit an vorderster Stelle.Die ausgestellten Werke zeigen Intepretationen zu Goethes „Reineke Fuchs“, wovon die größte und bekannteste „Der Gerichtshof der Tiere“ ist. Tischbeins „Idyllen“, die Goethe zu einem Werk über zeitgenössische Kunst angeregt haben sowie die „Sibyllinischen Bücher“ gehören weiterhin zu den Neuerwerbungen, die in Weimar ausgestellt werden. Sie sollen unter dem Motto „Wort und Bild“ die spannungsreiche Beziehung zwischen Goethe und Tischbein illustrieren.