Paul Klee, Pastor Kohl

14,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 29
80799 München

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 389 (2018).
Kategorie:
Jahr: 2018
Land: Bayern
Künstler: Klee; Paul
Gattung: Malerei

Beschreibung

In Paul Klees (1879–1940) 1932 entstandenen Gemälde „Pastor Kohl“ vereinen sich Flächenmuster und Bildnis: Der Maler entwarf die Physiognomie eines Geistlichen mit Kragen und Hut in wenigen schwungvollen Linien und knüpfte mit der überzeichneten Porträtdarstellung an die ironischen, karikaturhaften Arbeiten seines Frühwerkes an. Indem er „Pastor Kohl“ aus einem rechteckigen, leicht verzogenen Raster kleinster Farbfelder zusammensetzte, ließ Klee die Farbstruktur vibrieren. Durch Tiefe und Transparenz entfaltet sich ein lebendiger Bildraum, aus dem sich der Pfarrer zu lösen, beinahe zu schweben scheint. Nannte Klee selbst seine Malweise „Pointillieren“, waren es doch mehr die kurz zuvor besuchten byzantinischen Mosaiken von Ravenna, die ihn inspirierten, weniger die Einflüsse der französischen Maler des Pointillismus: Klee erprobte die Zusammenklänge der Farben, ihre Wirkung und Kontraste. Ohne Farbverlauf grenzte er in „Pastor Kohl“ die Farben sorgsam gegeneinander ab, legte sie in winzigen Formen mosaikengleich neu aus. Die Farbe in mehreren Schichten auftragend,  ist das Gemälde das Ergebnis eines aufwendigen Werkprozesses.

Mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. und der Ernst von Siemens Kunststiftung erwarben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit „Pastor Kohl“ aus dem Nachlass des Künstlers ein wertvolles Hauptwerk, das heute in der Pinakothek der Moderne München zu sehen ist. Der vorliegende Patrimonia Band widmet sich nun der ausführlichen Kontextualisierung des Werkes in seiner stilistischen sowie thematischen Dimension. Während Oliver Kase und Bernhard Maaz von den Pinakotheken München die karikierende Tragweite des Bildthemas und -titels sowie Klees eigenwillige Beziehung zur Religion beleuchten, zeichnet Anette Kruszynski die Verschränkung von Figürlichkeit und Abstraktion im Œuvre Klees nach. Darüber hinaus werden die Beiträge durch farbintensive Abbildungen sowie zeitgenössische Fotoaufnahmen ergänzt.