Frau am Spinnrad und Trommelbube mit Säbel, 1828

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Museum der Stadt Güstrow
Hans-Parr-Platz 7
18273 Güstrow

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 314 (2006).
Kategorie:
Jahr: 2006
Künstler: Kersting; Georg Friedrich
Gattung: Malerei
Land: Mecklenburg-Vorpommern

Beschreibung

Mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder erwarb das Stadtmuseum Güstrow das letzte auf dem Kunstmarkt erhältliche Interieurbild von Georg Friedrich Kersting. Der deutsche Maler der Romantik ist vor allem für seine Interieurbilder und Portraits bekannt. In Güstrow, der Geburtstadt Kerstings, sind bereits einige herausragende Werke zu finden. Dazu zählt vor allem die „Parklandschaft mit Quelle“ (1808), dessen Erwerbung die Kulturstiftung der Länder 2004 ebenfalls mitfinanzierte.Georg Friedrich Kersting (1785-1847), ein Freund Caspar David Friedrichs, wird häufig mit der Biedermeierzeit in Verbindung gebracht. Er machte sich – hier im Gegensatz zu Friedrich – als Maler häuslicher Idylle und Gemeinschaftlichkeit einen Namen. Sein Einsatz von Licht als stilistischem Mittel sollte erst wieder von Adolf Menzel erreicht werden. Sowohl Komposition als auch malerische Wirkung werden bei Kersting durch die ausgewogene Verwendung von Licht und Farbschattierungen bestimmt. Die Güstrower Neuerwerbung ist hierfür ein schönes Beispiel. Im Spiel von Schatten und Licht und der warmen Farben inszeniert Kersting das Abbild harmonischen Familienlebens. In der Güstrower Sammlung schließt dieses Gemälde der Reifephase eine Lücke zwischen Früh- und Spätwerk Kerstings. Damit positioniert sich Güstrow, die mit Ernst Barlach einen weiteren prominenten Künstler aufweisen kann, nun auch als Kersting-Stadt.Kerstings künstlerische Prägung erfolgte wesentlich an der Kopenhagener Kunstakademie in Dänemark. Wie viele andere deutsche Maler (Friedrich, Runge) absolvierte er hier seine Ausbildung. Danach zog er nach Dresden, dem damaligen Kunstzentrum Deutschlands. Dort fand er Zugang zu den dortigen Künstlerkreisen und befreundete sich mit dem stets bekannteren Kollegen Friedrich. Von 1818 bis zu seinem Tod war er Malervorsteher an der Meißener Porzellanmanufaktur. Immer wieder porträtierte er auch seine Frau und seine vier Kinder. Die „Frau am Spinnrad“ wurde erst 1999 als Kersting-Bild identifiziert und Ende 2005 in Bern versteigert. Davor befand es sich in Schweizer Privatbesitz.