Die Kafka-Sammlung Hélène Zylberberg

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Schiller-Nationalmuseum, Deutsches Literaturarchiv
Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 103 (1995).
Kategorie:
Jahr: 1995
Land: Baden-Württemberg
Künstler: Kafka; Franz
Gattung: Literatur

Beschreibung

Franz Kafka (1883-1924), dessen Werke immer wieder neu interpretiert werden, zählt zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Von Kafka, diesem so heftig diskutierten Schriftsteller, wurde überraschend ein Teilnachlaß in Pariser Privatbesitz entdeckt. Dieser Fund bedeutet für die Kafka-Forschung einen Zuwachs an bisher völlig unbekannten Materialien. Es werden Aspekte der frühen Wirkungsgeschichte Kafkas faßbar, für die es bisher kaum Belege gab. Das Konvolut setzt sich aus kleineren Autographen des Autors (Notizzetteln, Postkarten, Zeichnungen) zusammen. Vor allem enthält es Briefe an Kafka von Verwandten, engen Freunden, seiner Verlobten Felice Bauer, namhaften literarischen Zeitgenossen, an Texten Kafkas interessierten Verlagen und Zeitschriften. Unter den Briefen sind Schreiben an Kafka von Robert Musil, Max Brod, Willy Haas und Franz Werfel besonders hervorzuheben. Zwei Leserbriefe an Kafka sind zudem aufschlußreich, da sie einen Einblick in die Rezeptionsgeschichte der Werke Kafkas zu seinen Lebzeiten bieten. Zu dem Nachlaß gehören auch Manuskripte von der Hand Max Brods, Franz Werfels und Hélène Zylberbergs, die eine Examensarbeit über Kafka verfaßt hat. Ein wichtiger Gewinn für die Dokumentation der zeitgenössischen Kafka-Rezeption ist auch eine Sammlung von Zeitungsausschnitten, die vermutlich von Kafka selbst angelegt wurde. Schon der Ankauf des Manuskripts von Franz Kafkas Roman Der Prozeß (Patrimonia 10) für das Deutsche Literaturarchiv in Marbach wurde mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder realisiert. Erworben werden konnte der Teilnachlaß Kafkas durch eine Spende von C & A Mode. Damit wurde eine weitere Zerstreuung des Nachlasses verhindert.