Caspar David Friedrich „Meeresufer im Mondschein“, 1836

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
20095 Hamburg

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 56 (1992).
Kategorie:
Jahr: 1992
Künstler: Friedrich; Caspar David
Land: Hamburg
Gattung: Malerei

Beschreibung

Caspar David Friedrich (1774-1840), gebürtig in der damals zu Schweden gehörenden Universitätsstadt Greifswald, studierte 1794-1798 an der Akademie in Kopenhagen und wählte sich danach Dresden als zweite Heimat. Friedrich blieb jedoch seiner pommerschen Heimat verbunden und führte die norddeutsche Küstenlandschaft als Motiv in die Dresdner Malerei ein. Nach einem Schlaganfall im Jahre 1835 entstand 1836 Friedrichs letztes Gemälde Meeresufer im Mondschein. Bedenkt man, daß Friedrich nach seinem Schlaganfall das Malen schwer fiel, dann erregt das große Format dieses letzten Bildes Verwunderung. Das gewählte Format von etwa 135 x 170 cm ist das zweitgrößte, das im Oeuvre des Malers vorkommt. All die großen Landschaften Caspar David Friedrichs sind besonders anspruchsvoll. Sucht man nun bei dem letzten Gemälde nach einem Grund für die Bildgröße, so könnte Friedrich geahnt haben, daß dieses sein letztes Ölgemälde sein würde. Es sollte sein Abschied vom Leben als Maler sein, dargestellt jedoch als Ankunft im Hafen nach der Lebensfahrt. Darin läge dann die besondere Bedeutung des Werkes, und die krankheitsbedingten Ungenauigkeiten im Handwerklichen wären nicht nur erklärt, sie gehörten sogar zu einem tieferen Sinn. Heimkehrende Schiffe als Gleichnis endender Lebensfahrt hat Friedrich anscheinend zuerst 1815 in Zusammenhang mit einem Aufenthalt in der Heimat gemalt, bei dem zahlreiche Schiffsstudien entstanden sind. Mit der Gedächtnisausstellung zum 200. Geburtstag Friedrichs hat die Hamburger Kunsthalle 1974 eine neue Wiederentdeckung des Malers bewirkt. Mit der Erwerbung seines letzten Bildes gelang eine Ergänzung des vorhandenen Bestandes von Arbeiten Caspar David Friedrichs, die stets zum innersten Kern der Hamburger Kunsthalle gehören werden.