Carl Blechen, Blick auf das Kloster Santa Scolastica bei Subiaco, 1832

9,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2-6
76133 Karlsruhe

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 388 (2017).
Kategorie:
Jahr: 2017
Land: Baden-Württemberg
Künstler: Blechen; Carl
Gattung: Malerei

Beschreibung

„Und dann“, erinnert sich der Carl Blechen (1798–1840) in seinem Reisebericht, „machten wir eine Reise zu Esel nach Subiaco.“ Hoch über dem italienischen Städtchen lag das Kloster Santa Scolastica in den Simbruiner Bergen, wo es der Künstler während seiner Italienreise in den Jahren 1928/29 skizzierte. Zurück in Berlin schuf Blechen unter den sinnlichen Eindrücken der Campagna Romana mit Hilfe einer Fülle an Vorstudien sein künstlerisches Hauptwerk. So verewigte er auch die gezeichnete Erinnerung an das Kloster 1832 in strahlendem Weiß unter dem kräftigen Blau des südlichen Himmels: „Blick auf das Kloster Santa Scolastica bei Subiaco“ nannte er sein Werk.  Die Kühnheit des gewählten Bildausschnitts mit dem untersichtig dargestellten Klostergebäude und die beinahe monochrome Farbigkeit der aufragenden Felswand mit den starkfarbigen Akzenten von Himmel und Bachlauf zeigen in charakteristischer Weise Blechens Landschaftsauffassung unter dem Eindruck des italienischen Lichts. Naturbeobachtung und Stimmungslandschaft gehen eine reizvolle Synthese ein.

Als ein Meisterwerk deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts fand Blechens Gemälde Eingang in eine Sammlung mit entsprechendem Schwerpunkt: Rudolf Mosse, Gründer des Berliner Verlagsimperiums, erwarb das Werk für seine Sammlung. Doch kurz nach der Machtübernahme liquidierten die Nationalsozialisten das durch die Weltwirtschaftskrise stark angeschlagene Firmenimperium und die kostbare Kunstsammlung kam in die Kontrolle des Regimes. Mosses Erben, seine Tochter Felicia und ihr Ehemann Hans Lachmann-Mosse, hatten Deutschland unmittelbar nach der „Arisierung“ verlassen, als am 29. Mai 1934 die Sammlung im Berliner Auktionshaus Rudolf Lepke unter den Hammer kam. Die Wege, auf die das Werk dann durch die politische Landesgeschichte gebracht wurde, bis es jüngst seinen Platz in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe fand, lassen sich nun  im vorliegenden Patrimonia-Band historisch fundiert nachvollziehen. Ebenso geben die 44 Seiten der Publikation zum Gemälde „Blick auf das Kloster Santa Scolastica bei Subiaco“ – mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder von der Erbengemeinschaft nach Mosse erworben – Einblicke in die Entstehung und kunsthistorische Bedeutung des Werkes. Nicht zuletzt reißt eine minutiöse Bildbeschreibung die Lesenden mit in die Höhen und Tiefen des Gemäldes.