Initiative

Kinder zum Olymp!

Die Initiative für kulturelle Bildung und Kulturerbevermittlung wird derzeit neu konzipiert. Neue Veranstaltungs- und Förderformate werden voraussichtlich Ende 2019 bekanntgegeben werden. Viele Kinder und Jugendliche haben keinen selbstverständlichen Zugang zu Kunst und Kultur in ihrem Alltag. Ziel der Initiative war es von Anfang an, die Freude an der Kunst zu wecken, junge Menschen für kulturelle Vielfalt zu begeistern und Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kultur niederschwellig in ihrem schulischen Alltag zu ermöglichen. Ihre Phantasie soll angeregt, ihre Kreativität gefördert werden. Das Ziel der Bildungsinitiative ist es, Kunst und Kultur fest im Leben von Kindern und Jugendlichen zu verankern.

Kinder zum Olymp! heißt die Bildungsinitiative, die im Herbst 2003 von der Kulturstiftung der Länder mit dem Ziel gestartet wurde, Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur in aktiven Kontakt zu bringen. Die Initiative legt ihren Fokus bislang auf die Kooperation zwischen Kultur und Schule. Sie wurde als eine Reihe von Aktivitäten konzipiert, von deren Zusammenwirken sich die Initiator*innen das Erreichen ihres Ziels versprechen: ästhetisch-kulturelle Bildung für alle Kinder zugänglich zu machen und ihre Begeisterung für die Kunst dauerhaft zu fördern. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit bekommen, durch die Künste neue Welten zu entdecken. Dazu muss es auf Dauer gelingen, ein breites Angebot kultureller Bildung fest und verbindlich in den Lehrplänen zu verankern.

Im Zentrum der Initiative stand eine Kongressreihe zu den aktuellen inhaltlichen Schwer-punkten der kulturellen Bildung, die Veranstaltung „Marktplatz Kultur und Schule“ als Instrument zur Förderung der kulturellen Bildung in der Fläche und der Zukunftspreis für Kulturbildung – DER OLYMP, der zuletzt 2018 ausgeschrieben wurde.

Die Initiative startete mit einem Buch: Das Handbuch „Kinder zum Olymp! Wege zu Kultur für Kinder und Jugendliche!“ erschien 2004 als spartenübergreifendes Kompendium beispielhafter Kinder- und Jugendkulturprojekte in ganz Deutschland. Zugänglich auf www.kulturstiftung.de/produkt/handbuch-wege-zur-kultur-fuer-kinder-und-jugendliche/ soll es Künstler*innen und Kulturinstitutionen motivieren, eigene Kinder- und Jugendprojekte insbesondere in Kooperation mit Schulen und Kindergärten zu wagen. Zudem ist es als Handreichung für Lehrer*innen, Erzieher*innen und engagierte Eltern gedacht.

Mit dem zweiten Schritt der Initiative, dem Kongress Kinder zum Olymp! „Zur Notwendigkeit ästhetischer Bildung von Kindern und Jugendlichen“, der im Januar 2004 im Gewandhaus zu Leipzig stattfand, gelang es, das Thema der ästhetisch-kulturellen Bildung an eine größere Öffentlichkeit zu tragen und auch die Politik für die Sache zu gewinnen. Die Nachfrage nach Information und Austausch zur kulturellen Bildung erhielt durch den Leipziger Kongress deutlichen Auftrieb. Entsprechend wurde die Kinder zum Olymp!-„Kongressschiene“ in den folgenden Jahren mit verschiedenen Schwerpunkten fortgeführt: Von 2005 an fand alle zwei Jahre – immer in einem anderen Bundesland, jeweils auf Einladung einer Landesregierung – ein Kongress mit 500-600 Teilnehmer*innen aus Kultur, Schule und Verwaltung statt.

Die Kinder zum Olymp!-Kongresse im Überblick:

2005: Lernen aus der Praxis: Europäischer Kongress zur kulturellen Bildung, Kampnagel, Hamburg
2007: Kunst vermitteln: der Bildungsauftrag der Kultur, Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken
2009: Konkret! Kooperationen für kulturelle Bildung, Münchner Kammerspiele
2011: Selbstverständlich! Kulturelle Bildung in der Schule, Anhaltisches Theater Dessau
2013: Perfekt? Zur Qualität kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche, Schauspiel Hannover
2015: Unbedingt! Zutritt für alle zu Kunst und Kultur, Theater Freiburg
2017: Zusammenspiel. Kulturelle Bildung im Spannungsfeld globaler Prozesse, Düsseldorfer Schauspielhaus
2019: Meins!? Kulturerbe und kulturelle Bildung, Deutsches Nationaltheater Weimar

Dokumentationen der Kongresse befinden sich auf www.kulturstiftung.de/publikationen/kinder-zum-olymp/.

Mit dem dritten Element, dem Kinder zum Olymp! Wettbewerb „Schulen kooperieren mit Kultur“, richtete sich die Kulturstiftung der Länder im Herbst 2004 erstmals auch direkt an die Schulen: Alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland waren eingeladen, in Kooperation mit Kultureinrichtungen und Künstler*innen eigene künstlerische Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Die Erfolgsbilanz nach zehn Wettbewerbsjahren: In circa 7.800 Projekten hatten insgesamt über 300.000 Schüler*innen mitgewirkt. Zum zehnjährigen Bestehen im Frühjahr 2014 wurde eine Studie zu den Wirkungen des Wettbewerbs auf die kulturellen Bildungsbiografien ehemaliger Teilnehmer vorgelegt. Zum Download: www.kulturstiftung.de/wp-content/uploads/2015/11/Studie_Keuchel_Kinder-zum-Olymp.pdf

In den Schuljahren 2015/16 bis 2017/18 ging Kinder zum Olymp! mit einem neuen Wettbewerbskonzept an den Start: Ausgelobt wurde erstmals DER OLYMP – Zukunftspreis für Kulturbildung, bei dem es um die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Kultur und Schule ging. Wurden bisher gelungene Einzelprojekte ausgezeichnet, wollte Kinder zum Olymp! nun wissen: Wo wurden nachhaltige Strukturen für kulturelle Bildung entwickelt und etabliert? Die Kulturstiftung der Länder prämierte ganzheitliche Programme und Modelle in Kultur und Schule. Das neue Konzept wurde von den Protagonisten beider Seiten gut angenommen, die Zahl der jährlich über den Wettbewerb erreichten Kinder und Jugendlichen liegt bei fast 200.000.

Die Informationen über die Beiträge der Kinder zum Olymp!-Wettbewerbe bilden die Basis für die Datenbanken auf der Webseite www.kulturstiftung.de/systematische-ideensuche/. Die inzwischen über 4.000 Einträge bieten Information und Inspiration für alle, die selber ein Projekt planen.

Das Netzwerk Kinder zum Olymp! eröffnete zudem ein Forum für überregionale Initiativen und Projekte, die die Idee der Initiative weitertragen und den Kontakt zwischen Schule und Kultur nachhaltig fördern. Mitglieder sind unter anderem das Programm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und das Netzwerk Junge Ohren. Neues Mitglied seit 2017 ist die Initiative „Entdecke Design“ der Stiftung Deutsches Design Museum.

Im März 2012 ging Kinder zum Olymp! mit einem weiteren Baustein an den Start: Der Marktplatz Kultur und Schule brachte als Pilotprojekt in sechs verschiedenen Kommunen im Land Sachsen-Anhalt auf lokaler Ebene in jeweils zweistündigen Veranstaltungen Akteure aus Kultur und Schule zur Planung von Kooperationsprojekten zusammen. Das Ergebnis waren 140 neue Kooperationen zwischen Kultur und Schule. Das Projekt wurde auch 2013 in Sachsen-Anhalt weitergeführt und breitet sich weiter aus: Im November 2015 fanden sowohl in der Stadt Chemnitz als auch im Land Mecklenburg-Vorpommern sehr erfolgreiche Marktplatzveranstaltungen statt. Im letzteren Fall hat der Marktplatz 56 konkrete Kooperationen zwischen Kultur und Schule generiert und sich einmal mehr als ein Werkzeug für die Förderung kultureller Bildung in der Fläche erwiesen.

Kinder zum Olymp! arbeitete mit unterschiedlichen Partnern zusammen. Die PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur war Förderin der ersten Stunde. Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Kulturstiftung des Bundes waren die wichtigsten Partner der Kongresse. Der Wettbewerb wurde durch die Deutsche Bank Stiftung gefördert.