Kinder zum Olymp!-Kongress 2019

Kinder zum Olymp!-Kongress in Weimar

Der 9. Kinder zum Olymp!-Kongress in Weimar am 6. und 7. Juni stand unter dem Motto „Meins!? Kulturerbe und kulturelle Bildung“. Rund 400 Vertreter aus Kultur, Kulturvermittlung und Verwaltung, Schule und Kindergarten, Wissenschaft und Politik, Eltern und Künstler diskutierten die Bedeutung von kulturellem Erbe und dessen Vermittlung. Veranstaltet wurde der Kongress von der Kulturstiftung der Länder gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Was Kulturerbe ist und wie dieses für Kinder und Jugendliche erfahrbar gemacht werden kann, war das Thema des Kongresses 2019. Dabei ging es vor allem um die Frage, was „kulturelles Erbe“ bedeutet in einer Gesellschaft, die von Diversität, demographischem Wandel und unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und ländlichen Räumen geprägt ist.

Zum Auftakt des Kongresses betonte Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, die zunehmende Bedeutung und den wachsenden Einfluss von Kultur auf andere Politikfelder: „Kultur und kulturelles Erbe spielen eine zunehmend bedeutende Rolle auch außerhalb des Kultursektors und der Kulturpolitik, so etwa innerhalb der Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik“, so Hilgert. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich gezeigt, dass die Auseinandersetzungen um kulturelles Erbe und Kulturgutschutz nicht ohne die Einbeziehung der Zivilgesellschaft geführt werden könnten. „Um diese Einbeziehung zu ermöglichen, muss man Kunst und Kultur konsequent in die Bildung integrieren“.

Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes betonte die Bedeutung von kultureller Kompetenz im Bildungsbereich: „Bildung ist ohne kulturelle Kompetenzen nicht mehr zu haben. Ihr kommt eine Schlüsselfunktion bei der Ausbildung von Persönlichkeiten zu, die die Zukunft einer diverser gewordenen Gesellschaft gestalten werden. Wie weit unser kulturelles Erbe trägt, kann nicht einseitig durch die Älteren, die institutionellen Erbeverwalter bestimmt werden. Wir müssen gemeinsam an einer Art kulturellem Generationenvertrag arbeiten.“

Foren zu Themen wie Heimat, Erinnerungskultur und der Kulturerbevermittlung boten den Teilnehmenden eine Plattform für den methodisch-inhaltlichen Austausch. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora oder das Haus der Wannseekonferenz lieferten Praxisszenarien für die Rolle von Orten in der Erinnerungskultur. Deren Bedeutung stellte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, heraus: „Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist die historisch-politische Bildungsarbeit von Gedenkstätten und Dokumentationszentren wichtiger denn je. Sie steht vor der Herausforderung, innerhalb der heterogenen Gesellschaft neue Formate und Konzepte zu entwickeln, um multiperspektivische Erinnerungskulturen zu fördern.“

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Die Podien, Vorträge und Foren am 6. und 7. Juni fanden unter anderem im Deutschen Nationaltheater Weimar, im Goethe-Nationalmuseum, im Wittumspalais und in der Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald statt.

Wie Kulturerbevermittlung vor Ort gestaltet werden kann, erfuhren die Teilnehmenden anhand von Beispielen aus der Praxis. Vorgestellt wurden unter anderem eine Schülerausstellung in der Hansestadt Stralsund, das Verfahren zur Vergabe des Titels „Kulturhauptstadt Europas“ oder der Forscher- und Entdeckerraum Herderkirche. Auch die Vermittlung in verschiedenen Altersgruppen wurde thematisiert – in Grundschulen, weiterführenden Schulen aber auch Kultureinrichtungen. Anregungen für die Vermittlung von Verantwortung und Begeisterung für das kulturelle Erbe erhielten die Anwesenden unter anderem von der Deutschen Oper Berlin und ihrem Projekt „Oper in der Kita“, der Münchner Schule für Bairische Musik oder vom Projekt „Mundart lernen in der Kindertagesstätte“ aus Frankenblick in Thüringen.

Der erste Kongresstag endete musikalisch im Deutschen Nationaltheater: Das szenische Konzert vom STEGREIF.orchester – mit dem Kinder- und Jugendorchester Weimarer Stadtstreicher – basierte auf der Carmen Suite von George Bizet. Am zweiten Kongresstag führten die We-Dance Company und die Bewegungsküche e.V. die „Symphonie Classique“ von Prokofjew auf. Die Tänzer stellten dabei ihre eigene Beziehung zur Musik und Bewegungssprache ins Zentrum.

Gefördert wurde der Kongress von der Staatskanzlei des Freistaates Thüringen. Kooperationspartner waren das Deutsche Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, die Klassik Stiftung Weimar, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora