Kulturhauptstadt Europas 2025

Vorbereitung auf den Besuch der Jury

Im mittlerweile vierten Workshop im Rahmen des Auswahlverfahrens zur „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland wurden die fünf verbliebenen deutschen Bewerberstädte auf die zweite Phase im Bewerbungsprozess vorbereitet. Herausforderungen dieser Phase sind die Überarbeitung der bid books und die Besuche der europäischen Jury in den Bewerberstädten – die sogenannten city visits.

Je zwei Vertreter*innen der fünf deutschen Bewerberstädte Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg nahmen am 19. Februar 2020 in den Räumen der Kulturstiftung der Länder am vierten und damit letzten Workshop im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ teil. Ziel des Workshops war es, die Städte bestmöglich auf die finale Auswahlrunde vorzubereiten, damit sie „der Jury die Entscheidung schwerstmöglich machen“, so Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder.

Zweite Wettbewerbsphase

Dafür diskutierten Prof. Dr. Markus Hilgert und Dr. Ulrich Fuchs, ehemaliger Vorsitzender der Europäischen Auswahlkommission und Programmdirektor der Kulturhauptstädte Linz 2009 und Marseille-Provence 2013, mit den Vertreter*innen der Bewerberstädte zunächst die Anforderungen an das bid book 2. In der zweiten Bewerbungsphase muss jede Bewerberstadt ihr bereits eingereichtes bid book von den bisher geforderten 60 auf 100 Seiten erweitern und den Fragenkatalog für das bid book 2 vollständig beantworten. Wichtig sei, so Dr. Fuchs, dass die programmatischen und künstlerischen Ansätze aus dem ersten bid book inhaltlich konkretisiert dargestellt werden. Er diskutierte mit den Workshopteilnehmer*innen auch über mögliche Organisationsstrukturen und -modelle für die Planung und Umsetzung des Kulturhauptstadt-Jahres ab 2021.

 

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City Visits

Nach der Abgabe des bid books 2 werden bis zu vier Juror*innen die fünf Shortlist-Städte im Zeitraum vom 14. bis 18. September 2020 für jeweils einen Tag besuchen. Die Juror*innen sollen bei den Vor-Ort-Besuchen die Stadt, ihre Bewohner*innen und wichtige Akteur*innen besser kennenlernen. Dafür haben die Städte jeweils rund neun Stunden Zeit. Dr. Fuchs erklärte den anwesenden Vertreter*innen, welche Bedeutung die city visits neben dem bid book 2 haben und was die Bewerberstädte beachten und bestmöglich vermeiden sollen. 2018 besuchte Dr. Fuchs als einer von vier Juror*innen die ungarischen Shortlist-Städte Debrecen, Györ und Veszprém. Am Beispiel der drei unterschiedlichen Programme bei den city visits in Ungarn erklärte Dr. Fuchs den Teilnehmer*innen die konzeptionellen und programmatischen Möglichkeiten bei der Planung der Vor-Ort-Besuche.

Fuszina Szép, Leiterin des Lollapalooza Festivals Berlin, hatte 2018 als künstlerische Leiterin den city visit der ungarischen Stadt Györ organisiert. Sie gab den Teilnehmer*innen Einblicke in eine mögliche Ausgestaltung eines city visits. Im Fall Györ hatten 180 Personen bei winterlichen Temperaturen mehre Tage in einem zuvor unbewohnten und denkmalgeschützten Haus Themenräume eingerichtet und damit die Stadt Györ thematisch in einem Stadthaus nachgebildet. Szép appellierte an die Shortlist-Städte, auf eine gute Teamzusammenarbeit zu setzen. Den Bewerberstädten veranschaulichte sie, aus welchen unterschiedlichen Blickwinkeln die Juror*innen die city visits bewerten. Den Abschluss des Workshops bildeten Einzelgespräche der Workshopteilnehmer*innen mit Dr. Ulrich Fuchs und Prof. Dr. Markus Hilgert.

Übersichtliche Informationen zum weiteren Verlauf des nationalen Auswahlverfahrens entnehmen Sie gern unserer Broschüre.