AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Correggio, ein vergessener Star der Renaissance in Dresden

Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmet dem italienischen Renaissancekünstler Correggio (um 1489–1534) die erste Werkretrospektive außerhalb Italiens. Correggio zählte zu den einflussreichsten und lange auch zu den populärsten Malern Europas. „Correggio. Berührend menschlich“ ist vom 19. September 2026 bis zum 10. Januar 2027 im Winckelmann-Forum des Semperbaus am Zwinger zu sehen. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 45.500 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Correggio hat nicht nur Meisterwerke geschaffen, die auch heute noch durch ihre besondere Sinnlichkeit und ‚berührend menschlichen‘ Figuren bestechen. Er hat mit seinem für die Renaissance ungewöhnlichen Stil die europäische Malerei maßgeblich mitgeprägt und wurde zu Unrecht lange Zeit nicht angemessen gewürdigt. Dass er ausgerechnet in Dresden neu entdeckt wird, ist sehr erfreulich, da der ‚Mythos Correggio‘ auf das Engste mit den Dresdner Kunstsammlungen verbunden ist.“

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Im Podcast spricht Andreas Plackinger, Kurator der Ausstellung, Kurator der Ausstellung, über die Ausstellung „Correggio. Berührend menschlich“ in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden

Der aus der Nähe von Parma stammende Antonio Allegri, der nach seinem Geburtsort auch Correggio genannt wird, gehörte über Jahrhunderte zu den meistrezipierten Künstlern der europäischen Kunstgeschichte. Mit seinem gefühlvollen Malstil und seinem virtuosen Umgang mit Licht und Schatten nahm er zahlreiche Entwicklungen der späteren Barockmalerei vorweg und prägte mehrere Generationen europäischer Maler, darunter Annibale Carracci, Carlo Maratti, Peter Paul Rubens, François Boucher oder Anton Raphael Mengs. Auch in der Literatur fand der Künstler immer wieder Erwähnung, beispielsweise bei Johann Wolfgang von Goethe, Honoré de Balzac, Hans Christian Andersen und Henrik Ibsen. Zu Correggios bedeutendsten Werken zählen unter anderem die Kuppelmalerei des Doms in Parma, die als wichtiger Vorläufer der illusionistischen Deckenmalerei des Barock gilt, sowie das Gemälde „Heilige Nacht“ bzw. „La Notte“, das sich seit 1746 in der Dresdner Sammlung befindet und im 18. Jahrhundert als das berühmteste Gemälde Europas galt. Unter anderem durch den Geschmackswandel zum Klassizismus um 1800 und die wachsende Vorliebe für Raffael verlor Correggio ab dem 19. Jahrhundert an Bedeutung und geriet schließlich in Deutschland nahezu in Vergessenheit.

Die Gemäldegalerie Alte Meister hat die mehrjährige, öffentlich begleitete Restaurierung von Correggios „Madonna des Heiligen Sebastian“ zum Anlass genommen, den heute wenig bekannten Künstler einem breiteren deutschen und internationalen Publikum wieder näherzubringen. Die Dresdner Gemäldesammlung besitzt einschließlich der beiden genannten Werke vier großformatige Altargemälde aus unterschiedlichen Schaffensphasen Correggios. Hinzu kommen Originalzeichnungen sowie Reproduktionsgrafik nach seinen berühmten Freskenzyklen aus dem Kupferstich-Kabinett Dresden. Die Werke aus dem eigenen Bestand werden durch 40 internationale Leihgaben ergänzt, unter anderem aus dem Prado, dem Louvre und den Uffizien.

Die Ausstellung widmet sich neben Correggios künstlerischer Entwicklung auch der Maltechnik und Restaurierung der „Madonna des Heiligen Sebastian“ sowie der erotischen Dimension seines Werkes. Ein weiterer Höhepunkt ist die immersive digitale Präsentation seiner Fresken in Parma. Diese werden basierend auf Drohnenaufnahmen als dreidimensionales Modell auf eine Kuppel im Ausstellungsraum projiziert. Die begleitende Publikation ist die erste deutschsprachige Veröffentlichung zum Gesamtwerk des Künstlers seit mehr als 80 Jahren und stellt den aktuellen Forschungsstand vor.

Weitere Förderer: Sparkassen-Finanzgruppe, Ernst von Siemens Kunststiftung, Schoof‘sche Stiftung, Fontana Stiftung, WOLFGANG RATJEN STIFTUNG Liechtenstein, Hele Avus Stiftung, KYTHERA Kultur-Stiftung, Menarini – Von Heyden GmbH, AMA Group

Correggio. Berührend menschlich

19. September 2026 – 10. Januar 2027

Gemäldegalerie Alte Meister, Zwinger im Semperbau
Theaterplatz 1, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10–17 Uhr

https://gemaeldegalerie.skd.museum/

Parallel zur Ausstellung zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister die von Schülerinnen und Schülern kuratierte Schau „Fühlst du’s?“. Mehr dazu auf lesen Sie auf MAKURA, dem Portal für kulturelle Bildung und Teilhabe der Kulturstiftung der Länder.

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