Die Ausstellung „Along the Color Line“, die vom 3. Oktober 2026 bis zum 7. März 2027 im Museum Ludwig zu sehen ist, widmet sich einem bisher wenig beleuchteten Kapitel der Moderne: den Kunst- und Kulturbewegungen der afrikanischen Diaspora in den USA und Europa. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder der Négritude-Bewegung in Europa werden Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 45.500 Euro.
Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Ausstellung macht sichtbar, wie über den Atlantik hinweg eine internationale Schwarze Moderne entstand und welche Wirkung sie bis in die zeitgenössische Kunst entfaltet. Zugleich setzt sich das Museum Ludwig mit der eigenen Sammlung und ihren Leerstellen auseinander: Indem die Werke bislang wenig gezeigter Künstlerinnen und Künstler sichtbar gemacht werden und die eigene Sammlung in neue Zusammenhänge gestellt wird, ermöglicht die Schau einen erweiterten Blick auf die Moderne und gibt zugleich wichtige Impulse für eine künftige Sammlungspraxis.“
Die Harlem Renaissance war eine kulturelle und intellektuelle Bewegung, die in den 1920er Jahren von New York aus eine neue Schwarze Kunst hervorbrachte und ein selbstbewusstes Verständnis afroamerikanischer Identität formulierte. Zu ihren wichtigsten Wegbereitern gehörte der Soziologe, Historiker, Publizist und Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois (1868–1963). Daran knüpfte ab den 1930er Jahren die in Paris entstandene literarische, kulturelle und politische Bewegung der Négritude an, die von Schwarzen Intellektuellen aus den französischen Kolonien geprägt wurde.
Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums nimmt das Museum Ludwig diese Bewegungen zum Ausgangspunkt einer großen interdisziplinären Überblicksausstellung. „Along the Color Line“ zeichnet die vielfältigen Verbindungen zwischen der Schwarzen Diaspora und der europäischen Moderne nach und fragt, wie Schwarze Künstlerinnen und Künstler moderne Formsprachen aufgegriffen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihnen abgrenzt haben. Werke der europäischen Moderne aus der Sammlung des Museum Ludwig werden Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der Harlem Renaissance sowie Literatur, Musik und historischen Zeugnissen der Schwarzen Diaspora gegenübergestellt. Zahlreiche Leihgaben stammen aus der Howard University Gallery of Art in Washington D.C., eine der bedeutendsten Sammlungen afroamerikanischer Kunst. Darunter befinden sich beispielsweise Werke von Mildred Jean Thompson (1936–2003), die an der Howard University studierte und in den 1960er Jahren im Rheinland lebte.
Gleichzeitig richtet die Ausstellung den Blick auf die eigene Sammlung: Sie macht sichtbar, dass Schwarze Künstlerinnen und Künstler insbesondere im Bereich der Moderne bislang kaum vertreten sind, und fragt danach, inwiefern koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse die Sammlungspolitik bestimmt haben. Zeitgenössische Positionen schlagen eine Brücke in die Gegenwart und zeigen, wie Fragen nach Identität, Repräsentation und kultureller Selbstbestimmung Schwarzer Menschen bis heute in Kunst und Gesellschaft fortwirken.
Weitere Förderer: Kulturstiftung des Bundes Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kunststiftung NRW sowie der Terra Foundation for American Art. Außerdem wird sie von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V., der Kulturstiftung der Länder und der Beatrix Lichtken Stiftung unterstützt. Sponsor der Ausstellung ist die REWE Group.
Along the Color Line
3. Oktober 2026 – 7. März 2027
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz , 50667 Köln
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10–18 Uhr
https://www.museum-ludwig.de/de/