Ausstellungsförderung

Lebenswelten und Zeitreisen: Ausstellungsförderungen der Kulturstiftung der Länder

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung der Länder hat auf seiner jüngsten Sitzung rund eine Million Euro für Ausstellungsförderungen in Deutschland bewilligt.

Unter dem Vorsitz des Berliner Staatssekretärs für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, hat der Stiftungsrat der Kulturstiftung der Länder auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, elf Ausstellungsvorhaben in Deutschland zu unterstützen. Torsten Wöhlert hat dabei den Stiftungsratsvorsitzenden und Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, vertreten. Gefördert werden grundsätzlich kunst- und kulturhistorische Ausstellungen, die von öffentlichen Einrichtungen konzipiert und temporär ausgerichtet werden. Sie sollen von den eigenen Beständen der jeweiligen Institution ausgehen, regional verankert und zugleich international bedeutsam sein. Seit 2009 stellen die 16 Bundesländer jährlich Mittel für Ausstellungsförderungen bereit. Weitere Förderkriterien und Informationen zur Antragstellung für eine Ausstellungsförderung finden Sie auf der Webseite der Kulturstiftung der Länder www.kulturstiftung.de.

Die beschlossenen Ausstellungsförderungen in der Übersicht

Bei den nachfolgenden Ausstellungstiteln handelt es sich teilweise noch um Arbeitstitel. Die Ausstellungstermine können sich noch ändern.

Hamburger Kunsthalle
Klasse Gesellschaft. Das Niederländische Goldene Zeitalter
26.11.2021 bis 27.03.2022

Den Ausgangspunkt der Ausstellung „Klasse Gesellschaft. Das Niederländische Goldene Zeitalter“ bildet der Kernbestand der Altmeister-Sammlungen der Hamburger Kunsthalle − die Malerei des niederländischen 17. Jahrhunderts. Der Bestand ging aus dem Interesse der Hamburger Bürgerschaft für die Kunst der nordniederländischen Republik hervor. Rund 180 Exponate – darunter Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken – sollen in der Ausstellung gezeigt werden, den Bestand der Kunsthalle ergänzen zahlreiche Leihgaben. Ziel der Schau ist es, die als das „Goldene Zeitalter“ bezeichnete Epoche (ca. 1630 bis 1700), eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Niederlande, mithilfe von heutigen Fragestellungen neu zu denken.

Landesmuseum Trier
Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz: „Der Untergang des Römischen Reiches“
25.06.2022 bis 27.11.2022

Für die rheinland-pfälzische Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ schließen sich drei Museen zusammen: das Rheinische Landesmuseum, das Stadtmuseum Simeonstift und das Museum am Dom. Trier, einst die einzige römische Kaiserresidenz nördlich der Alpen, macht mit seinem antik geprägten Stadtbild und seinen Sammlungen zur römischen Kultur die Epoche der Römer authentisch erlebbar. Gemeinsam thematisieren die Museen die Frage nach den Ursachen des Untergangs des Imperium Romanum und analysieren dessen Bedeutung für die Konsolidierung des Christentums sowie das Weiterleben des Römischen Reiches in der Kunst- und Kulturgeschichte bis in die Gegenwart.

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Bahnpark Augsburg gGmbH
Zeitreisen. Lokomotiven erzählen europäische Kulturgeschichte
Mai bis Oktober 2021

Mit „Zeitreisen. Lokomotiven erzählen europäische Kulturgeschichte“ präsentiert der Bahnpark Augsburg erstmals eine Ausstellung im Rundhaus der Anlage. 14 Großexponate aus der Sammlung des Bahnparks werden dafür aufgearbeitet und zusammen mit internationalen Leihgaben ausgestellt. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte der Eisenbahn in Europa – von der Industriellen Revolution über die Verkehrsnetzerschließung, dem Missbrauch der Eisenbahn in Diktaturen, der Verwendung Gastarbeiterzüge bis hin zur Entstehung des Massentourismus und dem Einsatz von Privat- und Luxuszügen. Mit der Ausstellung setzt der Bahnpark die Geschichte der Eisenbahn in direkten Zusammenhang mit der Kultur- und Politikgeschichte Europas.

Berlinische Galerie
Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne
10.9.2021 bis 17.1.2022

Die Ausstellung „Ferdinand Hodler. Ein Schweizer in Berlin“ in der Berlinischen Galerie untersucht die Rezeption, Wirkung und Ausstellungsgeschichte des Schweizer Malers Ferdinand Hodler (1853-1918) in Berlin in den Jahren 1894 bis 1918. Hodler ist ein international bedeutender Künstler des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts, dessen internationale Anerkennung ihn unter anderem über die Kunstmetropole Berlin führte. Die Berlinische Galerie setzt die damals in Berlin gezeigten Werke Hodlers, heute Leihgaben des Kunstmuseums Bern, in Bezug mit Werken seines zeitgenössischen künstlerischen Umfelds. Die Schau zeigt die Rolle der Kunstmetropole Berlin bei der Durchsetzung der Moderne auf und rekonstruiert die bislang kaum untersuchte Berliner Station des Künstlers Hodler.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland
22.04.2021 bis 08.08.2021

Das Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden setzt in Kooperation mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie Moskau erstmalig deutsche und russische Künstler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts miteinander in einen Dialog. Im Fokus der Ausstellung „Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland“ stehen das Konzept der Romantik und die gemeinsamen sowie unterschiedlichen Ausprägungen in beiden Kulturen. Die Schau soll einen Beitrag zum deutsch-russischen Kulturaustausch leisten und wurde durch den Deutsch-Russischen Museumsdialog der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Kulturstiftung der Länder angeregt und initiiert.

Museum Ludwig Köln und Martin-Gropius-Bau Berlin
Der doppelte Picasso. Der Künstler und sein Bild in DDR und BRD
Köln: 09.09.2021 bis 30.01.2022
Berlin: März bis Juni 2022

Die Ausstellung „Der doppelte Picasso. Der Künstler und sein Bild in DDR und BRD“ im Museum Ludwig Köln und Martin-Gropius-Bau in Berlin rekonstruiert das Bild des Künstlers Pablo Picasso (1881-1973) in der Nachkriegszeit in Ost- und Westdeutschland. Der Kommunistischen Partei Frankreichs blieb Picasso sein Leben lang treu, er unterstützte soziale Bewegungen und Friedenskongresse weltweit. Gleichzeitig lebte er in Westeuropa und wurde dort zu einem unpolitischen Genie stilisiert. So prägten der Westen und der Osten eine durchaus widersprüchliche Rezeption des Künstlers. Die ausgestellten Werke und bislang nicht publizierte Dokumente ermöglichen den BesucherInnen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und rund um den Künstler entstandenen Mythen zu dekonstruieren.

Museum Friedland
MOVING THINGS. Zur Materialität von Flucht und Migration
Ab März 2022

„MOVING THINGS“ im Museum Friedland zeigt individuelle Geschichten, Erinnerungen, Erfahrungen und Erwartungen von Menschen nach Flucht und Migration. Noch nie flohen so viele Menschen vor Krieg, Konflikten und Verfolgung wie heute. Ausgangspunkt der Ausstellung ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundforschungsprojekt „Vom nackten Überleben zu vielversprechenden Dingen. Zur Materialität von Flucht und Migration“ in Kooperation mit dem Institut für Ethnologie der Georg-August-Universität Göttingen. Die Ausstellung verbindet universitäre Forschungsperspektiven und individuelle Fluchterzählungen.

Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld
Beuys und Duchamp. Künstler der Zukunft
08.10.2021 bis 16.01.2022

Das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld kooperiert mit dem Kurhaus Kleve und zeigt im Rahmen des Jubiläumsjahres „beuys2021“ anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) die Ausstellung „Beuys und Duchamp. Künstler der Zukunft“. Die beiden Ausstellungsorte markieren zentrale Lebensstationen von Beuys: 1921 in Krefeld geboren, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Kleve. Mit der Schau wird erstmals in großem Umfang das Werk von Joseph Beuys dem Oeuvre des französischen Künstlers und Wegbereiters der Konzeptkunst – und Herausforderer Beuys‘ − Marcel Duchamp (1887-1968) gegenübergestellt. Das Kaiser-Wilhelm-Museum beherbergt eines der bedeutendsten Raumensembles von Joseph Beuys weltweit – so erhalten, wie er es 1977 angelegt hatte. Das Ensemble bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung.

Kunsthalle Bremen
Manet und Astruc. Freundschaft und Inspiration
23.10.2021 bis 27.02.2022

Im Zentrum der Ausstellung „Manet und Astruc“ in der Kunsthalle Bremen steht Edouard Manets (1832-1883) Bildnis des Zacharie Astruc (1835-1907) von 1866. Das 1908 vom Museum erworbene Werk ist ein Schlüsselwerk in der Sammlung französischer Kunst des 19. Jahrhunderts in der Kunsthalle, eine der wichtigsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland. Mit der Ausstellung reflektiert das Museum seine eigene Sammlungsgeschichte und setzt zugleich Manet in einen Dialog mit dem Künstler und Kunstkritiker Astruc. Zudem werden den BesucherInnen  die verschiedenen im Bild behandelten Themen vorgestellt – unter anderem die abgebildeten Japanischen Holzschnitte als Illustration der weitreichenden Interessen Astrucs.

RELIGIO Westfälisches Museum für religiöse Kultur, Telgte
Muslime in Deutschland. Vielfalt der Lebenswelten
April bis August 2022

Seit 2012 widmet sich RELIGIO – ursprünglich als Wallfahrts- und Krippenmuseum konzipiert – dem religiösen und spirituellen Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Mit der Ausstellung „Muslime in Deutschland“ sollen BesucherInnen an den Alltag und die Geschichten von Muslimen in Deutschland herangeführt werden. Besondere Objekte aus muslimischen Sammlungen werden präsentiert und Fakten zur Geschichte des Islams in Deutschland sowie zum Islam selbst vermittelt. Muslimische Familien wirken aktiv an der Ausstellung mit, sie treten in der Schau auf und beteiligen sich an Führungs- und Vermittlungsprogrammen.

Kunsthalle Mannheim
MINDBOMBS. Kunst im Konflikt mit politischer Gewalt und Extremismus
01.10.2021 bis 20.02.2022

Die Ausstellung „MINDBOMBS“ in der Kunsthalle Mannheim zeigt eine aktuelle, künstlerische Perspektive auf die Geschichte und die politische Ikonografie des modernen Terrorismus. In drei Sektionen untersucht die Ausstellung die Effekte des sozialrevolutionären, des rechtsextremen und des dschihadistischen Terrorismus auf die visuelle Kunst. Die Sektionen behandeln Medienikonen der politischen Gewalt, die Propaganda des IS und die „Kultur der Angst“ sowie den Terrorismus der Neonazis. Im Fokus steht die Frage nach den Strategien, mit denen terroristische Attentate über die Medien das kulturelle Gedächtnis in Frage stellen. Die Rezeptionsgeschichte des Terrorismus reicht dabei von Flugblättern der Französischen Revolution über Baader-Meinhof, die Ereignisse des 11. September 2001 bis hin zu Arbeiten über den NSU sowie den Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“.