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AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus

Das Zeppelin Museum in Friedrichshafen arbeitet erstmals die Rolle der Zeppelin-Luftfahrt während der NS-Zeit und ihre Indienstnahme zu Propagandazwecken auf

Das Zeppelin Museum in Friedrichshafen arbeitet in der Ausstellung „Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ erstmals die Rolle der Zeppelin-Luftfahrt während der NS-Zeit und ihre Indienstnahme zu Propagandazwecken auf und hinterfragt das nostalgisch verklärte Bild des „Goldenen Zeitalters der Luftschifffahrt“. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 45.500 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Technikgeschichte ist immer auch Kultur- und Zeitgeschichte. Technologien werden immer im Kontext konkreter gesellschaftlicher Bedingungen entwickelt und genutzt. Mit der Ausstellung leistet das Zeppelin Museum einen wichtigen Beitrag, die NS-Geschichte der Zeppeline umfassend und kritisch aufzuarbeiten und ‚gefühlten Wahrheiten‘ wissenschaftlich fundierte Fakten entgegenzusetzen.“

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Im Podcast spricht das kuratorische Team, Dr. Tabea Widmann und Felix Banzhaf, über die Ausstellung Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ im Zeppelin Museum Friedrichshafen.

Anlässlich des 30. Jubiläum des Zeppelin Museums am Standort Hafenbahnhof in Friedrichshafen widmet sich die Schau der Geschichte der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Fluggesellschaft Deutsche Zeppelin-Reederei (DZR) zwischen 1933 und 1940. Zu sehen sind rund 200 Exponate – überwiegend historische Fotografien und Aktenmaterial. Dabei werden Schlüsselpersonen und -ereignisse, wie Hugo Eckener (1868–1954), Nachfolger des Zeppelin-Gründers Ferdinand Graf von Zeppelin, oder die Propagandafahrt der „Hindenburg“ zu den Olympischen Spielen 1936 in den Blick genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich das Narrativ einer unpolitischen Zeppelin-Luftfahrt, das vor allem von einer Begeisterung für die historische Technik geprägt war. So geriet in Vergessenheit, dass auch diese Unternehmung Teil der „Gleichschaltung“ im Nationalsozialismus war und als wichtiges Instrument der Propaganda diente. Wegen ihrer gigantischen Größe und imposanten Wirkung ebenso wie aufgrund ihres in der Kaiserzeit etablierten Rufes als deutsches Prestigeobjekt eigneten sich Zeppeline besonders gut für den Einsatz zu repräsentativen Anlässen und als „fliegende Werbeträger“, die mit Hakenkreuzflaggen ausgestattet wurden. In der Ausstellung werden anhand von historischen Medien wie Plakaten, Postkarten oder Broschüren visuelle Propagandastrategien analysiert.

Kritisch reflektiert wird auch die eigene Museumsgeschichte. So fallen die Gründung seiner Vorgängerinstitution und die Eröffnung des heutigen Museumsgebäudes in die Zeit des Nationalsozialismus. 1938 wurde auf Basis einer kleineren Firmensammlung anlässlich des 100. Geburtstags von Ferdinand Graf von Zeppelin das Werksmuseum der Luftschiffbau Zeppelin GmbH eröffnet.

Ziel der Ausstellung ist die historisch differenzierte Einordnung und Neubewertung der Zeppelingeschichte. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband, der die zentralen Forschungsergebnisse vorstellt. Die Schau ist Teil eines mehrjährigen Forschungsprojekts, das die Verflechtungen von Luftschifffahrt und Nationalsozialismus untersucht – auch mit Blick auf die damalige Rüstungsindustrie in der Region.

Weitere Förderer: ZF Kunststiftung, Lotto Museumspreis 2024

Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus
22. Mai 2026 – 4. April 2027

Zeppelin Museum Friedrichshafen
Seestraße 22, 88045 Friedrichshafen
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 9 17 Uhr

https://www.zeppelin-museum.de/

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