AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Perspektiven aus dem Krankenbett im Medizinhistorischen Museum der Charité

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité zeigt ab dem 29. Mai 2026 die Ausstellung „Horizontal – Das Krankenbett und die Welt im Liegen“

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité zeigt ab dem 29. Mai 2026 die Ausstellung „Horizontal – Das Krankenbett und die Welt im Liegen“. Neben der kulturhistorischen Betrachtung des Krankenbetts wird die Erfahrung von chronisch Kranken sichtbar gemacht. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Schau mit 70.300 Euro.

 

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Mit der Ausstellung ‚Horizontal – Das Krankenbett und die Welt im Liegen‘ gelingt dem Medizinhistorischen Museum der Charité ein eindrucksvoller Perspektivwechsel: Die Schau rückt die Erfahrung des Liegens im Krankenbett in den Mittelpunkt und verbindet Medizingeschichte gleichermaßen mit ästhetischen Fragen wie aktuellen Themen rund um Inklusion, Fürsorge und gesellschaftliche Teilhabe.“

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Im Podcast spricht Monika Ankele, Direktorin des Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité über die Ausstellung „Horizontal. Das Krankenbett und die Welt im Liegen“.

Das Thema Krankenbett hat seit der Corona-Pandemie und mit dem Auftreten von Post-Covid und dem Chronic-Fatigue-Syndrom eine verstärkte Aufmerksamkeit erhalten. Das Medizinhistorische Museum auf dem Campus der Charité in Berlin-Mitte widmet sich der „Welt im Liegen“ und stellt dabei die Wahrnehmung der Betroffenen und ihre künstlerisch-reflektierenden Auseinandersetzungen mit der liegenden Haltung in den Vordergrund. Zu sehen sind u. a. medizinische Instrumente und Mobiliar, technische Hilfsmittel, Objekte der Pflege sowie zahlreiche dokumentarische Fotografien, Gemälde und Zeichnungen, die das Kranksein und die Behandlung von bettlägerigen Patientinnen und Patienten zum Gegenstand haben – u. a. von dem Grafiker Daniel Chodowiecki (1726–1801) oder dem Maler Philipp Veit (1793–1877). Eine Vielzahl der Archivmaterialien und Exponate stammt aus den Universitätssammlungen und Archiven der Charité Hochschulmedizin Berlin und spiegelt über 200 Jahre Krankenhausgeschichte wider. Weitere Leihgaben wie eine historische Liege aus dem Schweizer Lungenkurort Davos aus dem Bestand des Germanischen Nationalmuseums oder ein historisches Bettnetz zur Immobilisierung unruhiger Patientinnen und Patienten aus dem Württembergischen Psychiatriemuseum Zwiefalten ergänzen die Schau. Fotografien aus der Fundación Televisa Mexiko zeigen die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954) in ihrem Krankenbett bei der Arbeit an ihren Gemälden. Das Krankenbett war für sie gleichermaßen Lebens- wie Arbeitsraum.

Zeitgenössische künstlerisch-aktivistische Positionen verleihen den Betroffenen eine Stimme. Beispielsweise basiert die Audioarbeit „REST“ der Performance-Künstlerin Angela Alves auf dem theoretischen Konzept der „Crip Time“, das in den sogenannten Disability Studies Anwendung findet und eine alternative Sichtweise auf Zeit und Geschwindigkeit beschreibt, die sich an den Empfindungen und Bedürfnissen von chronisch Kranken oder Menschen mit Behinderung orientiert. Auch das Liegen als Ausdruck politischen Protests wird in der Schau thematisiert, u. a. anhand der „Die-Ins“ des Aids-Aktivismus der 1980er Jahre oder der „Liegend-Demos“, mit denen Aktivistinnen und Aktivisten seit 2023 auf die Situation von Betroffenen von Myalgischer Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) aufmerksam machen. Das Kollektiv „Black Power Naps“ weist mit seinen Performances auf soziale Ungleichheiten hin, denn die Zeit für Schlafen und Ausruhen ist nicht gleich verteilt. So haben Studien in den USA ergeben, dass Schwarze Menschen und People of Color statistisch weniger und schlechter schlafen.

Bei den vielfältigen begleitenden Vermittlungsangeboten wurden insbesondere die Bedürfnisse von chronisch kranken Personen und die Barrierefreiheit berücksichtigt. Es werden zahlreiche Sitz- und Liegegelegenheiten angeboten, ein Video zur Ausstellung und Live-Streams – u. a. im Rahmen der Eröffnung – ermöglichen es, die Ausstellung vom eigenen Krankenbett aus zu erleben.

 

Weitere Förderer: Hauptstadtkulturfonds Berlin, British Council

Horizontal. Das Krankenbett und die Welt im Liegen

Berliner Medizinhistorischen Museum
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag, Sonntag 10–17 Uhr, Mittwoch, Samstag 10–19 Uhr

https://bmm-charite.de/

 

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