Entwurf eines Freskos auf einem Tisch
RESTAURIERUNGSFÖRDERUNG

Werkentwürfe von Georg Lührig restauriert

Das Museum Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur hat 26 Werkentwürfe auf Papier und Leinwand des Malers Georg Lührig (1868–1957) restaurieren lassen

Das Museum Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur hat 26 Werkentwürfe auf Papier und Leinwand des Malers Georg Lührig (1868–1957) restaurieren lassen. Lührig gehörte zu den Protagonisten des Dresdener Symbolismus und Jugendstils um 1900. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Restaurierung mit 23.730 Euro, der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder fördert mit 15.000 Euro.

Bis 1945 zierten Georg Lührigs monumentale Fresken „Der Tag – Sieg des Lichts“ und „Die Nacht“ das Treppenhaus des Königlichen Kultusministeriums Dresden. Beim Bombenangriff auf die Stadt wurden sie zerstört. Erhalten blieben lediglich Entwürfe dieser Wandbilder. Dazu zählt ein Großteil der 26 Werkentwürfe auf Papier und Leinwand, die das Museum Wiesbaden nun restaurieren ließ.

2024 erhielt das Museum ein Konvolut von rund 60 Arbeiten aus dem Bestand der Familie Lührig – etwa die Hälfte davon als Schenkung, darunter auch die 26 nun restaurierten Entwürfe. Neben einem bereits an der Hochschule für Bildende Künste Dresden restaurierten großformatigen Entwurf zu „Der Tag“ sind sie die einzigen erhaltenen visuellen Quellen zu den 1906/1907 entstandenen Wandbildern. Die Restaurierung bewahrt damit nicht nur fragile Papier- und Leinwandarbeiten, sondern macht ein zerstörtes Kapitel der Dresdner Kunst um 1900 wieder anschaulich.

Georg Lührig wirkte in Dresden als Künstler und Lehrer an der Kunstakademie. Die Stadt war um die Jahrhundertwende ein bedeutendes Zentrum von Symbolismus und Jugendstil – Strömungen, die auch einen Sammlungsschwerpunkt des Museums Wiesbaden bilden. Eine gemeinsam mit dem Dresdner Albertinum konzipierte Ausstellung zu Lührigs Malerkollegen Oskar Zwintscher (1870–1916) machte die in Leverkusen lebenden Nachfahren des Künstlers auf die Wiesbadener Sammlung aufmerksam. In der Folge übergaben sie dem Museum den künstlerischen Nachlass.

Aufgrund jahrzehntelanger Lagerung befand sich ein Großteil der Arbeiten in einem kritischen Zustand. Instabile, teils durch Schädlingsbefall beeinträchtigte Bildträger wurden gefestigt, Verformungen geglättet sowie Fehlstellen ergänzt und retuschiert. Auch lose Malschichten konnten gesichert werden. Mit der Aufnahme der Werkentwürfe in den Museumsbestand ist ihre fachgerechte Aufbewahrung nun dauerhaft gewährleistet.

Die restaurierten Arbeiten sind in der Ausstellung „Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden“ zu sehen, die das Museum Wiesbaden vom 22. Mai 2026 bis zum 17. Januar 2027 präsentiert.

Mit Klick auf [„Video starten“] stimmen Sie zu, dass [YouTube] Cookies setzt und personenbezogene Daten erhebt, welche ggf. in Drittländer übertragen werden, die kein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau aufweisen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.