Karl Friedrich Schinkel: Eine vergoldete Sitzmöbelgarnitur

18,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Postfach 601462
14414 Potsdam

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 375 (2016).
Kategorie:
Jahr: 2016
Land: Brandenburg
Gattung: Möbel
Künstler: Schinkel; Karl Friedrich

Beschreibung

„Gold. Purpur. Großes Zimmer“ notiert Karl Friedrich Schinkel um 1820 auf der Entwurfsskizze eines prunkvollen Möbelensembles. Als Baumeister der königlichen Familie fertigte Schinkel eine vergoldete Sitzgruppe an, die das Palais Friedrich bestücken sollte – ein Bau in der Berliner Wilhelmstraße, den König  Friedrich Wilhelm III. für seinen Neffen Prinz Friedrich vom Hofarchitekten umbauen ließ. Der um 1826/27 entstandene Möbelsatz besteht aus einem Kanapee, drei gepolsterten Stühlen und drei Armlehnsesseln, die allesamt durch filigrane Schnitzarbeiten, prunkvolle Ausstattung und Vergoldung bestechen. Völlig unerwartet tauchte das seltene Zeugnis höfischer Wohnkultur aus dem 19. Jahrhundert auf dem italienischen Kunstmarkt auf. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Stiftung „pro Sanssouci“ und weiterer privater Spender sowie mithilfe einer Spende der Rudolf-August-Oetker-Stiftung über die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e.V. gelang der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) 2009 der Erwerb der Möbel, die nach aufwendiger Restaurierung Einzug in Schloss Glienicke erhielten. Der Erhalt der Entwurfsskizze Schinkels ist eine Seltenheit und ein wichtiges Indiz für die fürstliche Herkunft der Möbel: Die Farbkombination von Purpur und Gold war traditionsgemäß den Königshäusern vorbehalten.

Die wiederentdeckten Möbel aus dem heute nicht mehr bestehenden Palais in der Wilhelmstraße in Berlin beleben heute die historischen Räume des Schloss Glienicke. Das reich bebilderte Patrimonia-Heft informiert über historische Hintergründe und die Entstehungsgeschichte des Möbelensembles. Abbildungen des Vor- und Nachzustands der Möbelstücke dokumentieren eindrucksvoll und detailliert den aufwendigen Prozess der Restaurierung: Neben der Rekonstruktion der originalen Textilien, Polsterarbeiten und der Reparatur von beschädigten Schnitzarbeiten, verhalf die neu aufgetragene Vergoldung des Lindenholzes dem königlichen Mobiliar zu neuem Glanz.