Zeichnung einer Ernteszene, im Vordergrund ein Bauernpaar
ERWERBUNGSFÖRDERUNG

Zeichnung von August Macke kehrt nach Mönchengladbach zurück

Das Museum Abteiberg in Mönchengladbach erwirbt die Zeichnung „Ernte“ (1911) des expressionistischen Künstlers

Das Museum Abteiberg in Mönchengladbach erwirbt die Zeichnung „Ernte“ (1911) des expressionistischen Künstlers August Macke (1887–1914). Sie war 1937 im Rahmen der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Museumsbestand beschlagnahmt worden. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 33.333 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „In den letzten vier Jahrzenten hat die Kulturstiftung der Länder vielfach Rückerwerbungen von Kunstwerken gefördert, die im Unrechtskontext des Nationalsozialismus entwendet wurden. Ich freue mich sehr, dass mit August Mackes ‚Ernte‘ ein Werk eines der wichtigsten Vertreter des Expressionismus aus einer Privatsammlung in das Mönchengladbacher Museum zurückkehrt und dabei nicht nur ein bedeutendes Kapitel der Sammlungsgeschichte erzählt, sondern auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.“

Das Werk gehörte zur Sammlung moderner Kunst der Walter Kaesbach Stiftung, die 1928 mit einer Schenkung an die Stadt Mönchengladbach den Grundstock des Bestands des heutigen Museums Abteiberg bildete. Der in Mönchengladbach geborene Kunsthistoriker Walter Kaesbach (1879–1961) war von 1920 bis 1924 Direktor des Städtischen Museums in Erfurt, danach – bis er 1933 seines Amtes enthoben wurde – Direktor der Kunstakademie Düsseldorf. In diesen Funktionen wie auch mit seiner privaten Sammlertätigkeit förderte er den Expressionismus.

Ein Großteil der Kaesbach-Sammlung wurde 1937 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt, drei Werke konnten seit 1945 zurückerworben werden. Im Rahmen eines Projekts in Kooperation mit der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ der Freien Universität Berlin wird seit einigen Jahren der Verbleib der Sammlung recherchiert. Die Zeichnung „Ernte“ von August Macke konnte in Folge dessen nun aus Privatbesitz erworben werden. Macke war eine zentrale Figur des Rheinischen Expressionismus und eng mit der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ verbunden.

Die im September 1911 vermutlich bei einem Aufenthalt im Schwarzwald entstandene Kohlezeichnung ist mit der reduzierten Darstellung der Gesichter und der markanten Linienführung typisch für den Stil August Mackes in dieser Zeit. Zugleich handelt es sich um ein ungewöhnliches Sujet im Werk des Malers, der vor allem urbane Motive wählte. Es ist davon auszugehen, dass aus dieser Zeichnung das gleichnamige verschollene Gemälde von Macke hervorging.

 

Weiterer Förderer: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit Klick auf [„Video starten“] stimmen Sie zu, dass [YouTube] Cookies setzt und personenbezogene Daten erhebt, welche ggf. in Drittländer übertragen werden, die kein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau aufweisen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.