Erwerbungsförderung

Stadtmuseum Berlin erwirbt Berliner Lebenswerk des Fotografen Manfred Hamm

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin erwirbt das Berliner Œeuvre des renommierten Fotografen Manfred Hamm (*1944). Das umfangreiche Konvolut umfasst 1.700 Handabzüge, 3.000 Farb-Dias, 19.000 Schwarz-Weiß-Negative und 17 Großformate aus den Jahren 1972 bis 2010. Der Vorlass des Berliner Fotografen ist eine einzigartige Sammlung zur Stadt- und Architekturgeschichte Berlins. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Erwerb anteilig mit 39.900 Euro.

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Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Das Konvolut aus der Hand des Künstlers spiegelt sein gesamtes Lebenswerk wieder. Mit dem Ankauf für das Stadtmuseum Berlin ergänzen wir dessen Sammlung zur Berliner Stadtbildfotografie um wichtige Zeugnisse, die bis in die Gegenwart reichen. In den kommenden Jahren sollen die Fotografien Hamms digitalisiert und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Erwerbung zeigt, wie wertvoll es ist, wenn ein Künstler zu Lebzeiten seinen Nachlass regelt. So gerät diese Sammlung als Ganze in den für sie stimmigen Sammlungszusammenhang“.

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Der 1944 bei Zwickau geborene Manfred Hamm war 1967 nach seiner Ausbildung in Ulm und München nach Berlin gezogen. Zunächst als freier Fotograf tätig, erhielt er ab 1977 auch international große Aufmerksamkeit für seine konzeptuellen Fotoprojekte zu Aspekten der Europäischen Industrie- und Architekturgeschichte. Hamm gilt als wichtiger Pionier in Deutschland, der die Industriegeschichte als Kultur- und Sozialgeschichte ins Bild setzte. Er arbeitete klassisch analog mit der Mittelformat- und Fachkamera. Seine Aufnahmen der Industriekultur ergänzen die bereits im Berliner Stadtmuseum aufbewahrten Fotografennachlässe.

Neben Industrieorten fotografierte Hamm auch historische Bauten sowie die Berliner Neubauten nach der Wende. Besonders letztere machen in der Sammlung des Stadtmuseums die jüngere Stadtentwicklung erstmalig anschaulich nachvollziehbar. Sowohl national als auch international erhielt Hamm Anerkennung für seinen präzisen Blick, mit dem er die Veränderungen in der Hauptstadt in seinen Fotografien sichtbar werden ließ.

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Im erworbenen Konvolut enthalten sind auch zahlreiche Künstlerporträts, vor allem von Künstlerinnen und Künstlern der Berliner Kunstszene seit den 70er Jahren. Hamm porträtierte bekannte Vertreterinnen und Vertreter wie Hannah Höch (1889-1978) oder Johannes Grützke (1937-2017). Hamm war Teil der Berliner Kunstszene und stellte die Porträtierten häufig in Arbeitssituationen dar. 2014 beendete Hamm seine aktive Zeit als Fotograf, er selbst verkauft seinen Vorlass an das Berliner Stadtmuseum.

Künftig sollen mithilfe der Digitalisierungsstrategie des Museums 160 Jahre Stadtentwicklung anhand von Stadtfotografien digital nachvollziehbar sein. Einzelne Bilder der Sammlung Hamm sind bereits in der Online-Sammlung zu sehen: https://sammlung-online.stadtmuseum.de/

Weitere Förderer dieser Erwerbung: Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa