Ausstellungsplakat "Das große Drama"
AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Rodin und die Anfänge der Moderne im Albertinum Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigen vom 31. Oktober 2026 bis zum 22. August 2027 im Albertinum „Das große Drama. Auguste Rodin und der Streit um die Moderne“

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigen vom 31. Oktober 2026 bis zum 22. August 2027 im Albertinum „Das große Drama. Auguste Rodin und der Streit um die Moderne“. Die Schau widmet sich der eigenen Sammlung französischer und belgischer Skulpturen und zeigt, wie sich das Haus um 1900 zu einem der ersten Museen der Moderne entwickelte. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 50.000 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Was heute selbstverständlich zum Kanon der Moderne gehört, war zu seiner Entstehungszeit keineswegs allgemein anerkannt. Die Beschäftigung mit der Sammlungsgeschichte des Albertinum macht sichtbar, dass Museen schon damals Orte gesellschaftlicher Debatten waren. So wird nachvollziehbar, dass Museen unser kulturelles Erbe nicht nur bewahren, sondern durch das Sammeln und Ausstellen mitentscheiden, was wir als kulturelles Erbe empfinden.“

Der Direktor der Skulpturensammlung im Albertinum, Georg Treu (1843–1921), sorgte 1894 für die ersten Museumsankäufe von Werken des französischen Bildhauers Auguste Rodin (1840–1917) in Deutschland. Es folgten weitere Arbeiten zeitgenössischer französischer und belgischer Künstler wie Constantin Meunier (1831–1905), Albert Bartholomé (1848–1928), Alexandre Charpentier (1856–1909) oder Emmanuel Frémiet (1824–1910). Treus erklärtes Ziel war es, zu zeigen, „was in der Weltplastik in unserer Zeit geleistet wird“. Dabei richtete er seinen Blick vor allem auf Paris als Zentrum künstlerischer Innovation. Nach dem Umbau des ehemaligen Zeughauses zum Museum beherbergte das Albertinum zunächst die Antikensammlung und vor allem Abgüsse antiker Skulpturen. Mit seiner Ankaufspolitik, die er gegen erhebliche Widerstände durchsetzte, entwickelte Treu das Albertinum zu einem der ersten Museen in Deutschland, die zeitgenössische Kunst systematisch in die Sammlung integrierten.

Die Ausstellung zeigt rund 100 Werke der Bildhauerkunst der Jahrhundertwende aus dem von Treu zusammengetragenen Bestand. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Material Gips, das für die Geschichte des Albertinum von besonderer Bedeutung ist: Im 19. Jahrhundert wurde Gips genutzt, um Abgüsse antiker Statuen herzustellen. Georg Treu erwarb Gipsplastiken von Rodin, der mit dem Material nicht nur Modelle für Arbeiten in Bronze oder Marmor herstellte, sondern auch Kunstwerke in Gips schuf.

Viele der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten werden erstmals seit 1945 wieder öffentlich präsentiert und wurden für diesen Zweck restauriert. Der Titel „Das große Drama“ verweist zum einen auf die Debatten, die Georg Treus für seine Zeit ungewöhnliche Entscheidung auslöste, zeitgenössische Kunst im Museum zu sammeln und zu präsentieren. Zum anderen bezieht er sich auf die Sujets der Bildhauer: Sie behandeln die großen Themen des Lebens – Liebe und Tod, Kampf und Krieg, Selbstbehauptung und Verlust, Leid und Alltag, aber auch Mythos und Geschichte.

Weitere Förderer: Ernst von Siemens Kunststiftung, Paragone – Freundeskreis der Skulpturensammlung, Freunde des Albertinum e.V., HERMANN REEMTSMA STIFTUNG

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