Ludwig van Beethoven „Drei Lieder nach Gedichten von Goethe“

18,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Beethoven-Haus Bonn
Bonngasse 20
53111 Bonn

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 168 (1999).
Kategorie:
Jahr: 1999
Gattung: Musik
Land: Nordrhein-Westfalen
Künstler: van Beethoven; Ludwig

Beschreibung

1810 erschienen in Leipzig erstmalig Beethovens Sechs Gesänge mit Begleitung des Pianoforte unter der Opuszahl 75. Nr. 3 verzeichnete mit dem Titel Aus Goethe`s Faust Mephistos sogenanntes Flohlied. Zum Flohlied hatte Beethoven schon in Bonn, offensichtlich nach Lektüre des Faust-Fragments von 1790, zwischen 1790 und Ende 1792 erste Notizen gemacht, die er in Wien, noch im selben Jahrzehnt, ausarbeiten sollte. Hieraus wurde 1809 durch wenige Retuschen an den Gesangsteilen und vor allem durch noch fehlenden Abschnitte ein druckreifes Meisterwerk. Die Disposition des Autographs weckt die Vermutung, dass die Komposition ansonsten weitgehend fertig war, bevor Beethoven sie noch einmal selbst niederschrieb. In der Mitte der Titelseite schrieb Beethoven: Aus Goethe`s Faust, die Jahreszahl 1809 notierte er am rechten Rand. Da das Autograph die Vorlage für die beiden ersten gedruckten Liedausgaben war, ist es eindeutig die Hauptquelle für den Notentext des Liedes.Eine Besonderheit ist die genaue Aufzeichnung des Liedtextes. Beethoven hat nicht nur alle drei Strophen in Schönschrift eingetragen und die metrischen Abweichungen registriert, er hat sich auch einer verbindlichen Orthographie befleißigt und zahlreiche Interpunktionszeichen gesetzt, von denen er gewöhnlich nur sporadisch Gebrauch machte. Obwohl bereits die erste Fassung des Faust von 1790 den Text zu Mephistos Lied enthielt, und zwar genau so, wie er in die endgültige Version des Dramas überging, griff Beethoven hierfür offensichtlich auf die 1808 erschienene Erstausgabe des Faust zurück. Man kann darin durchaus eine Verneigung des Komponisten vor der Autorität des Dichters sehen.Von der Druckvorlage war lange Zeit nur die letzte Seite durch eine Abbildung bekannt, das Autograph galt im übrigen als verschollen. 1890 dann noch einmal auf der großen Bonner Beethoven-Ausstellung gezeigt, verlor sich später gänzlich seine Spur. 1998 bot sich die Gelegenheit, mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Bundesministeriums des Innern, des nordrhein-westfälischen Kulturministeriums, der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Richard und Anne Liese Gielen-Leyendecker-Stiftung für das Beethoven-Haus Bonn mit der weltweit größten Beethoven-Sammlung ein weiteres, fast 100 Jahre verschollenes Autograph, das Manuskript zu einer der bedeutendsten Goethe-Vertonungen Beethovens, dem Flohlied aus Faust, aus Privatbesitz zu erwerben.