Drachenlandung. Ein Hildesheimer Drachen-Aquamanile des 12. Jahrhunderts

42,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:

Bistum Hildesheim
Dommuseum Hildesheim
Domhof 18-21
D – 31134 Hildesheim

Artikelnummer: PATRIMONIA Nr. 382 (2017).
Kategorie:
Schlagwörter: Aquamanile, Hildesheim
Jahr: 2017
Gattung: Bronze
Land: Niedersachsen

Beschreibung

Erstmals ans Licht der Öffentlichkeit kam das wertvolle Stück bei einer Versteigerung im Jahr 2010, das bis dahin unbekannte Aquamanile wurde dabei noch als „osmanische Öllampe“ des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Erst danach wurde das knapp 20 cm hohe Gefäß von ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der mittelalterlichen Bronzen den deutschen Aquamanilen des 12. Jahrhunderts zugeschrieben. Das bis dato weder in der einschlägigen Literatur zur islamischen noch zur romanischen Bronzekunst bekannte Gießgefäß gesellt sich damit zum exquisiten Kreis der weltweit neun erhaltenen hochrangigen Metallarbeiten in Drachen- oder Greifenform des 12. Jahrhunderts in öffentlichen Sammlungen (u. a. in Wien, London, Paris, München und Stuttgart). Die Kulturstiftung der Länder unterstützte die 2014 auf einer Londoner Auktion gelungene Erwerbung.

Mittelalterliche Bronzen bilden einen Schwerpunkt der aus dem Domschatz erwachsenen Sammlung des Hildesheimer Dommuseums. Sie bezeugen die Bedeutung der Stadt als eines der wichtigsten Zentren mittelalterlicher Metallkunst in Europa, ermöglicht durch die frühe Montanindustrie im nahen Goslar. Dieser singuläre Bestand wurde mit dem Ankauf des bronzenen Drachen-Aquamaniles um ein weiteres einzigartiges Objekt bereichert. Der vorliegende Patrimonia-Band kontextualisiert durch acht wissenschaftliche Beiträge das Drachen-Aquamanile und zeigt von der Gusstechnik bis zur Anwendung im profanen und liturgischen Bereich wie Aquamanilen im Hochmittelalter als Handwaschgefäße hergestellt wurden und zirkulierten. Durch die zahlreichen Farbabbildungen können Leserinnen und Leser die künstlerische Qualität der kuriosen Objekte gut nachvollziehen.