El Lissitzky „Proun 30 T“ von 1920

8,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 160 (1999).
Kategorie:
Jahr: 1999
Künstler: Lissitzky; El
Gattung: Malerei
Land: Niedersachsen

Beschreibung

Proun 30t aus dem Jahre 1920 ist eines der frühesten Prounen-Bilder, in denen El Lissitzky seine neue Weltsicht, seine umfassenden Visionen von bildender Kunst und Architektur formuliert. Als Proun bezeichnete Arbeiten entstanden nur in den Jahren zwischen 1919 und 1925. Den Begriff prägte Lissitzky erst gegen Ende 1920 und begründete ihn 1921 theoretisch in einem Vortrag am Moskauer Institut für Künstlerische Kultur. Darin verglich er Proun mit einer Station auf unserem Wege zu neuen Formen. Proun wurde von Lissitzky ausdrücklich als eine Übergangsperiode definiert, aus der heraus erst die neue Kunst entsteht. Seinen Ausgang nahm Proun beim Suprematismus von Kasimir Malewitsch, der für Lissitzkys Entwicklung eines eigenen geometrischen Formenvokabulars innerhalb dynamisierter Kompositionen zum Vorbild wurde.Proun 30t präsentiert sich entsprechend als eine Konstruktion geometrischer Flächen und stereometrischer Körper. Die geometrischen Formen sind so positioniert, dass keine einheitliche illusionistische Räumlichkeit oder entsprechende Assoziationen entstehen können. Lissitzky versuchte vielmehr einen Spannungsbogen zwischen der Präzision und Klarheit der einzelnen Bildelemente und ihrer irritierenden räumlichen Position innerhalb der Gesamtkonstruktion aufzubauen.Das Prounen-Verzeichnis von 1924 nennt insgesamt 98 Werknummern. Von den dort angegebenen Titeln hatten einige für den Künstler lediglich beschreibenden Charakter, andere dienten als bloße Gedächtnisstützen, oder er nummerierte die Werke, ohne jedoch eine Ordnung zu beachten. Zu diesen Arbeiten gehört Proun 30t, wobei die Bedeutung der Erweiterung durch den Buchstaben unklar bleibt.Im Dezember des Jahres 1921verließ Lissitzky die Sowjetunion und reiste nach Berlin. Bei seinem ersten Aufenthalt September 1922 in Hannover erhielt er sogleich das Angebot für eine Ausstellung in den Räumen der 1916 gegründeten privaten Kestner Gesellschaft. Diese Ausstellung, die Januar 1923 eröffnet wurde, richtete Sophie Küppers ein, die Witwe des 1921 verstorbenen ersten künstlerischen Leiters der Kestner Gesellschaft, Paul Erich Küppers, und spätere Frau Lissitzkys.Seit den zwanziger Jahren ist dieses Gemälde nun in Hannover. Dass es jetzt dauerhaft für das Sprengel Museum Hannover gesichert werden konnte, ist der Kulturstiftung der Länder, dem Bundesministerium des Innern, dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen und der Stadt Hannover zu verdanken.