Das Moller-Florilegium (2)

13,00 

Anschrift der geförderten Einrichtung:
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg – Carl von Ossietzy
von-Melle-Park 3
20146 Hamburg

Artikelnummer: PATRIMONIA NR. 210 (2001).
Kategorie:
Jahr: 2001
Land: Hamburg
Gattung: Handschriften/Inkunabeln
Künstler: Holtzbecker; Hans Simon

Beschreibung

Nach Bekanntwerden der Erwerbung des nach über 300 Jahren wieder aufgetauchten vermutlich ersten Bandes des auf fünf Bücher angelegten Moller-Florilegiums für die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek fand sich in Privatbesitz ein weiterer – vermutlich der dritte oder vierte – Band. Dieser war über Generationen weitergegeben worden, ohne dass erkannt worden war, um welchen künstlerischen sowie kulturhistorischen Schatz es sich dabei handelte.Der neu entdeckte Band enthält auf 88 großformatigen Pergamentseiten 170 in Wasser- und Deckfarben ausgeführte Darstellungen von heimischen und südländischen Obstarten und Früchten, Rosen und Ziersträucher. Wie der zuvor erworbene ist auch dieser in rotes Leder gebunden und insgesamt ausgezeichnet erhalten. Inhaltlich stellt er eine vorzügliche Ergänzung zu dem bereits in der Bibliothek vorhandenen Band dar, zeugen doch beide zusammen in beeindruckender Weise von der im 17. Jahrhundert hochentwickelten hamburgischen Gartenkultur.Häufig besaßen die begüterten Hamburger Bürger einen Gemüsegarten und einen Blumengarten. Die Frage, ob dies auch auf den Bürgermeister Bartold Moller zutrifft, ist wohl eher zu bejahen. Hätte er sich sonst die fünf Bände mit den kunstvollsten Pflanzenabbildungen auf teuerstem Pergament anfertigen und mit seinem Familienwappen schmücken lassen, womit er sich tatsächlich auf eine Stufe mit Fürsten wie dem kunstsinnigen und vermögenden Gottorfer Herzog stellte?Über Bartold Moller hieß es, er sei eine unvergleichliche Zierde und Ruhm der Stadt. Seine Verdienste um Hamburg, aber auch seine Gelehrtheit, seine Bibliothek, die nach seinem Tod im Jahre 1667 zu einem Großteil in die Dombibliothek überführt wurde, waren berühmt. Indessen verliert sich die Spur des Florilegiums. Das weitere Schicksal liegt noch heute im Dunkeln.Mit einem weiteren Band des Moller-Florilegiums in der Mellon Collection in Upperville (Virginia, USA) sind derzeit drei Bücher identifiziert. Die restlichen zwei gelten weiterhin als verschollen. Andere Pflanzenbücher von Hans Simon Holtzbecker – so der Gottorfer Codex – sind heute in Kopenhagen einzusehen.Neben der Kulturstiftung der Länder ermöglichten wiederum die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die Hermann-Reemtsma-Stiftung, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien den Ankauf des zweiten Bandes für die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek.