AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Porträts aus sechs Jahrhunderten in der Berliner Gemäldegalerie

Die Ausstellung „Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka“ setzt jeweils zwei Werke aus dem 15. bis zum 20. Jahrhunderts miteinander in den Dialog

Die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin setzt mit der Ausstellung „Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka“ jeweils zwei Werke aus dem 15. bis zum 20. Jahrhunderts miteinander in den Dialog. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Schau mit 31.850 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Ausstellung zeigt durch ihren Fokus auf Porträtmalerei besonders eindrücklich, wie zeitlos die Fragen sind, die Kunst an uns stellt: Wie prägen Bilder unsere Vorstellung von Personen, Identität und Gesellschaft?  Was wird wie inszeniert, repräsentiert und warum? Wer bin ich, wie möchte ich gesehen werden und wie stelle ich mich dar? Im Dialog von Werken aus sechs Jahrhunderten wird deutlich, wie lebendig und gegenwartsnah unsere historischen Sammlungen sind. Zugleich eröffnet die Schau neue Perspektiven darauf, wie Menschen früherer Epochen sich in ihren Gesellschaften verortet und dargestellt haben. Die Kulturstiftung der Länder unterstützt dieses Ausstellungsprojekt sehr gerne, weil es Sammlungsbestände in überraschende neue Zusammenhänge bringt.“

Das Konzept der Ausstellung besteht darin, Werke der Porträtmalerei paarweise zusammenzubringen, die bisher nicht gemeinsam gezeigt wurden. Auf diese Weise treffen Gemälde unterschiedlichster Epochen, Stile und Länder aufeinander. Dies ermöglicht Vergleiche, die ungeahnte Gemeinsamkeiten erkennen lassen.  Die rund 90 Exponate der Ausstellung stammen aus der umfangreichen Sammlung europäischer Malerei der Gemäldegalerie sowie aus weiteren Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin. Gezeigt werden Werke von Albrecht Dürer (1471–1528), Hans Holbein (1497–1543), Peter Paul Rubens (1577–1640), Anna Dorothea Therbusch (1721–1782), Thomas Gainsborough (1727–1788), Lovis Corinth (1858–1925), Dora Hitz (1853–1924), Pablo Picasso (1881–1973), Tamara de Lempicka (1898–1980) und vielen mehr.

Die Schau ist in vier Kapitel gegliedert, die unterschiedliche kunsthistorische und gesellschaftliche Fragen an die Gattung des Porträts aufgreifen. Welche Porträttypen bildeten sich seit der Renaissance in Italien und nördlich der Alpen heraus? Wie nutzte die gesellschaftliche Elite Porträts, um ihren Status zu repräsentieren? Wie stellten Künstler und Künstlerinnen in unterschiedlichen Epochen ihre engsten und liebsten Menschen dar? Wie wollten Menschen über die Jahrhunderte gesehen werden, und was sagen uns historische Selbstporträts über die heutige Selfie-Kultur in den sozialen Medien?

Nicht zuletzt thematisiert die Gemäldegalerie auch die eigene Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte und unterzieht sie einer kritischen Reflexion. So ist die Hängung der Werke in der Dauerausstellung bis heute nach einer kunsthistorischen Systematik gegliedert, die im 19. Jahrhundert etabliert wurde. Mit „Porträts!“ möchte die Gemäldegalerie dem Publikum – jenseits chronologischer, geografischer oder stilistischer Einordnungen – neue Perspektiven auf die Sammlung zu eröffnen.

Weitere Förderer: Fondation Etrillard, Kaiser Friedrich Museumsverein, Fontana Stiftung

Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka
16. Oktober 2026 – 14. März 2027

Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin
Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz / Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10–18 Uhr

https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/gemaeldegalerie/home/

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