1902 hatte Rudolf Mosse bei dem Bildhauer August Gaul einen Steinlöwen für die Eingangshalle des Palais Mosse am Leipziger Platz 15/Voßstraße in Auftrag gegeben. Jahrelang wurde der „Liegende Löwe“ im Palais ausgestellt. Der berühmte Verleger des liberalen „Berliner Tagesblatts“, Rudolf Mosse, gehörte – neben James Simon und Eduard Arnhold – zu den bedeutendsten jüdischen Kunstsammlern, Mäzenen und Stiftern Berlins um 1900. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die Kunstsammlung der Familie Lachmann-Mosse, und mit ihr der Liegende Löwe, entzogen.

Den Zweiten Weltkrieg überstand der Löwe fast unversehrt, während das Mosse-Palais um ihn herum nahezu komplett zerstört wurde. Das Magistrat der Stadt Berlin übergab die Kalksteinskulptur nach dem Krieg der Nationalgalerie zur Aufbewahrung. 2015 restituierte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Skulptur an die Erben der Familie Lachmann-Mosse. Im darauffolgenden Jahr konnte die Nationalgalerie mit Hilfe der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder den Löwen für die Aufstellung in der James-Simon-Galerie zurückerwerben.