Erwerbungsförderung

Lovis Corinths letztes Stillleben zurück in Düsseldorf

Die Landeshauptstadt Düsseldorf erwirbt für den Düsseldorfer Kunstpalast das Gemälde „Blumenstillleben mit Flieder und Anemonen“ (1925) von Lovis Corinth (1858-1925). Das Gemälde war 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt und aus dem Kunstpalast entfernt worden. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 100.000 Euro.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Nicht nur für Corinths künstlerisches Werk und dessen Bedeutung in der Kunstgeschichte ist das ‚Blumenstillleben mit Flieder und Anemonen‘ von Bedeutung. Es zeugt von der NS-Kulturpolitik und der Sammlungsgeschichte der Düsseldorfer Städtischen Kunstsammlung, deren Vermittlung nirgends stimmiger erscheint als im Kunstpalast in Düsseldorf.“

Lovis Corinth malte das „Blumenstillleben mit Flieder und Anemonen“ 1925 mit Öl auf Leinwand. Das 106,4 mal 85,7 Zentimeter große Werk signierte und datierte Corinth in der oberen rechten Ecke mit „Lovis Corinth /1925“. Das Gemälde ist das letzte von Lovis Corinth gefertigte Stillleben, Corinth verstarb noch im gleichen Jahr. In seinen letzten Lebensjahren fertigte der Künstler viele Stillleben, darunter auch zahlreiche Blumenmotive.

Nur kurz nach seiner Entstehung wurde das Blumenstillleben 1925 erstmals öffentlich ausgestellt, zunächst in Berlin und anschließend auf der Großen Kunstausstellung (Jubiläumsausstellung der Rheinlande) in Düsseldorf. Der Direktor des Düsseldorfer Kunstmuseums (Vorgängerinstitution des heutigen Kunstpalasts), Karl Koetschau, kaufte das Gemälde einen Tag vor Corinths Tod für das Museum an. Bereits seit 1913 war im Düsseldorfer Kunstmuseum eine Sammlung der Moderne aufgebaut worden. Mit der Neuerwerbung besitzt der Kunstpalast nun sechs Gemälde und rund 60 Arbeiten auf Papier Corinths aus der Zeit von 1900 bis 1918.

1937 wurde das zu Corinths Hauptwerken zählende Blumenstillleben im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt, aus den Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf entfernt und nach Berlin gebracht. Insgesamt beschlagnahmten die Nationalsozialisten 929 Arbeiten auf Papier, 113 Gemälde und zehn Skulpturen und Plastiken aus den Düsseldorfer Kunstsammlungen, darunter zwei Gemälde und 23 Druckgrafiken von Corinth.

Von 1937 bis 1939 lagerte das Blumenstillleben im Schloss Schönhausen nahe Berlin, wo zahlreiche Kunstwerke deponiert waren, die als „international verwertbar“ galten. Im Sommer 1939 wurde es dann in der Galerie Fischer in Luzern auf einer Auktion beschlagnahmter Kunstwerke für das Deutsche Reich versteigert. Nach der Versteigerung gelangte es in die Privatsammlung Emil Georg Bührle in Zürich, wo es bis heute verblieb. Die Landeshauptstadt Düsseldorf erwirbt das Blumenstillleben nun von Marco Pesare Fine Art.

Weitere Förderer: Land Nordrhein-Westfalen, Ernst von Siemens Kunststiftung