AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Kunsthalle Bremen zeigt Friedrich Nerlys Werk aus Rom und Süditalien

Die Kunsthalle Bremen widmet dem Maler der Romantik Friedrich Nerly (1807–1878) eine große Einzelausstellung

Die Kunsthalle Bremen widmet dem Maler der Romantik Friedrich Nerly (1807–1878) eine große Einzelausstellung. „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ ist vom 14. März bis 5. Juli 2026 zu sehen. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Schau mit 70.300 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Seit 2024 unterstützt die Kulturstiftung der Länder das Projekt der Wiederentdeckung Friedrich Nerlys. Mit den Ausstellungen in Erfurt und nun in Bremen ist gewiss, dass dieser herausragende Maler des 19. Jahrhunderts, dessen Werk nicht zuletzt ein Stück deutsch-italienischer Kulturgeschichte ist, die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhält.“

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet das Gemälde „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“ aus dem Jahr 1836. Es befand sich lange Zeit in restaurierungsbedürftigem Zustand im Depot der Kunsthalle Bremen, die etwa die Hälfte von Nerlys Nachlass in ihrem Bestand verwahrt. Der andere Teil gehört dem Angermuseum in Erfurt, wo bereits 2024 eine große Einzelausstellung zu Nerly in Venedig stattfand – ebenfalls gefördert von der Kulturstiftung der Länder.

Der in Erfurt als Christian Friedrich Nehrlich geborene Künstler verbrachte einen beträchtlichen Teil seines Lebens in Italien. Die Bremer Ausstellung konzentriert sich auf das in Rom und Süditalien entstandene Frühwerk. In Vorbereitung der Schau wurde die Motivgeschichte der Aqua Claudia kunsthistorisch erforscht. So war Nerly einer der ersten Maler, der sich für die Ruine der antiken Wasserleitung vor den Toren Roms interessierte. Das Aquädukt avancierte im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Sujet der Landschaftsmalerei. In Bremen sind auch Darstellungen des Motivs von Nerlys Zeitgenossen zu sehen, z. B. von Carl Blechen (1798– 1840) oder Carl Spitzweg (1808–1885). Eine Fotoserie von Hans-Christian Schink (*1961) eröffnet einen gegenwärtigen Blick auf dieses antike Bauwerk und die Entwicklung der umgebenden Landschaft.

Zwar war Friedrich Nerly zu Lebzeiten sehr erfolgreich, doch geriet sein Werk nach seinem Tod in Vergessenheit. Die erste und für Jahrzehnte letzte Einzelausstellung fand erst wieder 1957 statt und zwar in der Kunsthalle Bremen: Anlass war der Ankauf eines umfangreichen Konvoluts von einer Nachfahrin des Künstlers. Nerlys malerisches Werk zeichnet sich besonders durch die atmosphärische Darstellung der Lichtverhältnisse aus. Seine Stadt- und Landschaftsansichten sind ebenso stimmungsvoll wie präzise in der Ausführung der architektonischen und topografischen Details. Die aktuelle Ausstellung verfolgt auch das Ziel, den Künstler wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und Grundlagen für die weitere Forschung anzubieten. So wurde in diesem Zusammenhang erstmals die gesamte Bremer Nerly-Sammlung digitalisiert.

Weitere Förderer: Ernst von Siemens Kunststiftung, Prof. Dr. Christa Bürger, Galerie Neuse, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung, Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Frontinus-Gesellschaft e.V.

Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom

Kunsthalle Bremen
Am Wall 207, 28195 Bremen
14.3.–5.7.2026

www.kunsthalle-bremen.de

Mit Klick auf [„Video starten“] stimmen Sie zu, dass [YouTube] Cookies setzt und personenbezogene Daten erhebt, welche ggf. in Drittländer übertragen werden, die kein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau aufweisen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.