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Kulturhauptstadt Europas 2025

Die Kulturstiftung der Länder übernimmt das nationale Auswahlverfahren

von Linda Lücke

Drei deutsche Städte schmückten sich bisher mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas. Vor 30 Jahren wurde West-­Berlin als Insel Westdeutschlands zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Die Stadt folgte damals als erste deutsche Stadt auf Athen, Florenz und Amsterdam. 1999 konnte Weimar mit dem Fokus auf die Weimarer Klassik europäische Geistesgeschichte zum Leben erwecken. Die RUHR.2010 verkörpert noch heute den Wandel von der Industrie- in die Kulturgesellschaft. Wofür wird wohl die nächste deutsche Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025 stehen?

1985 wurde das Programm Kulturhauptstädte Europas (von 1985 bis 1999 Kulturstadt Europas) auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri vom Rat der Europäischen Gemeinschaft ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa herauszustellen, die Gemeinsamkeiten sowie das Zuge­hörigkeitsgefühl zu einem gemeinsamen Kulturraum zu fördern. Gleichzeitig soll die Initiative zur Entwicklung langfristiger Kulturstrategien in den jeweiligen Städten beitragen.

Neben Slowenien ist 2025 wieder Deutschland an der Reihe, die Kulturhauptstadt  Europas  zu  stellen. Das Europäische  Parlament  und  der  Rat der Europäischen Union haben nach 25 Jahren Existenz des Programms das Programmkonzept intensiv überarbeitet und in dem EU-Beschluss vom April 2014 für den Zeitraum 2020 bis 2033 aktualisiert. Die Auswahl der Titelstadt erfolgt nun in einem zweistufigen Ernennungsverfahren – einer Vor- und Endauswahl –, das von den jeweiligen Europäischen Mitgliedsstaaten in eigener Verantwortung organisiert wird. Eine unabhängige Expertenjury ist für das Auswahl- und Monitoringverfahren zuständig. Zehn Experten werden von den Organen und Einrichtungen der Europäischen Union ernannt und zwei Experten optional von dem jeweiligen Europäischen Mitgliedsland. Die Europäische Kommission überprüft, dass alle auf EU-Ebene vereinbarten Regeln in jeder Phase eingehalten werden.

Für Deutschland hat die Kultusministerkonferenz unter Berücksichtigung der EU-Regularien die Grundsätze des nationalen Auswahlverfahrens festgelegt. In diesem Zuge wurde die Kulturstiftung der Länder als „Managing Authority“ benannt und ist bis zum vierten Quartal 2020 dafür zuständig, den nationalen Auswahlprozess in Deutschland auszu­gestalten. Für die Kulturstiftung der Länder ist diese Aufgabe kein Neuland, bereits von 2004 bis 2005 war sie damit betraut, die Jurierung der Vorauswahl der deutschen Bewerberstädte für die Kulturhauptstadt Europas 2010 durchzuführen.

Bereits mehrere deutsche Städte aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands haben ihr Interesse an einer Bewerbung um die Kulturhauptstadt Europas 2025 geäußert. Noch ist allerdings nichts entschieden: Bis zur offiziellen Ausschreibung, die Ende September 2018 veröffentlicht wird, haben alle deutschen Städte die Gelegenheit, sich zu einer Bewerbung zu entschließen.

Wichtige Informationen rund um das Wettbewerbsverfahren werden ab Sommer 2018 auf der Webseite der Kulturstiftung der Länder unter www.2025kulturhauptstadt.de ver­öffentlicht.