Erwerbungsförderung

Historisches Museum Saar erwirbt Gemäldezyklus des Alt-Saarbrücker Rathauses

Das Historische Museum Saar in Saarbrücken erwirbt den siebenteiligen Saarbrücker Rathauszyklus von 1880. Die Gemälde mit Motiven zur Erinnerung an den Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870 und die Reichseinigung 1871 galten jahrzehntelang als verschollen. In der Sonderausstellung „Monumente des Krieges“ werden die Gemälde ab dem 27. Februar 2021 erstmals seit 76 Jahren wieder öffentlich gezeigt. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 16.667 Euro und die Restaurierung zweier Werke mit 50.000 Euro.

Video-Grußwort von Prof. Dr. Markus Hilgert anlässlich des Ankaufs:

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Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Wir freuen uns, dass der Gemäldezyklus an den Saarbrücker Schlossplatz zurückkehrt, wo er einst im Rathaus ausgestellt war. Uns war es wichtig, dass im Historischen Museum Saar die Motive der Gemälde in den Kontext der realen Ereignisse eingeordnet werden, sodass eine kritische Auseinandersetzung mit deren propagandistischer und nationalistischer Intention möglich wird.“ Im Historischen Museum Saar werden die Werke nun dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Der Saarbrücker Rathauszyklus zeigt Porträts des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, Prinz Friedrich Karls, Graf Moltkes und Graf Bismarcks sowie die Ankunft König Wilhelms I. von Preußen in Saarbrücken am 9. August 1870, den Sturm auf den Spicherer Berg und Victoria als Symbol für den Sieg über Frankreich. Der Historienmaler Anton von Werner (1843-1915) schuf den Zyklus im Auftrag des preußischen Kultusministers für das (Alt-)Saarbrücker Rathaus am Schlossplatz. Die Gemälde wurden in einem eigens dafür errichteten Saalbau im Saarbrücker Rathaus ausgestellt. Ziel der preußischen Regierung war es, mit dem Saal eine nationale Erinnerungsstätte zum Gedenken an den Krieg und die Reicheinigung zu schaffen und die von der preußischen Zentrale entfernte Provinz auch kulturpolitisch in den Staat zu integrieren. Der Rathauszyklus war in den Folgejahren zu einem wichtigen touristischen Ziel geworden.

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Die Gemälde verblieben im (Alt-)Saarbrücker Rathaus bis 1944. Dann wurden sie kriegsbedingt evakuiert und für die nächsten Jahrzehnte unsachgemäß eingelagert.1994 verschenkte die Stadt die drei Großgemälde und drei der vier Großporträts an private Eigentümer, mit der Maßgabe, dass sie die Werke restaurieren ließen. Das vierte Großporträt (Graf Bismarck), in nicht restauriertem Zustand, folgte im Jahre 2007. Fünf der sieben monumentalen Gemälde wurden fachgerecht restauriert. Mit dem Erwerb strebt das Historische Museum Saar nun eine Restaurierung der beiden weiteren Gemälde an, die von der Kulturstiftung der Länder gefördert wird. Geplant ist, die Gemälde in einer für Besucherinnen und Besucher zugänglichen Werkstatt im Museum öffentlich zu restaurieren. Interessierte können so mehr über die angewandten Techniken erfahren und den Restaurierungsprozess mitverfolgen.

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Nach Abschluss der Restaurierung werden die Gemälde eine zentrale Rolle bei der Neugestaltung des Historischen Museums Saar einnehmen. Der Rathauszyklus soll zudem über die digicult-Plattform online zur Verfügung gestellt und in den Leihverkehr des Museums aufgenommen werden, sodass er auch in anderen Institutionen bundesweit gezeigt werden kann.

Weitere Förderer: Saarland Sporttoto GmbH, Förderverein für das Historische Museum Saar, Willy-Walch-Stiftung