Kulturstiftung der Länder fördert internationale Fachtagung zu kultureller Bildung in postkolonialen Zeiten

Thema der Fachtagung „Global learning in postcolonial times? New perspectives on arts and culture“ der Akademie der Kulturellen Bildung und des European Network of Observatories (ENO) ist eine kulturelle Bildung, die Ethno- und Eurozentrentrismus vermeidet und den anhaltenden Einfluss kolonialer Strukturen auf die Gegenwart in den Blick nimmt. Die Veranstaltung am 21. und 22. Oktober 2021 in der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid kann live besucht werden und wird auch im Netz übertragen. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Tagung mit 24.900 Euro.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Die Überwindung eurozentrischer Macht- und Denkstrukturen kann nur gelingen, wenn gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Konsequenzen der Kolonialzeit, die bis in die Gegenwart reichen, sichtbar und bewusstgemacht werden. Dafür ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam mit den betroffenen Menschen und Gesellschaften über eine ganzheitliche, globale Perspektive verständigen, die Eingang findet in die kulturelle Bildung.“

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Während der zweitägigen, internationalen Konferenz sollen Orientierungsrichtlinien für Akteure der Kulturellen Bildung und Kulturvermittlung herausgearbeitet werden. Ziel ist es, mit den Richtlinien zu den Begriffskonzepten Globales Lernen, Diversität, Inter- und Transkulturalität sowie Postkolonialismus eine zukunftsorientierte diversitätsbewusste Praxis zu ermöglichen. Besonders im Fokus stehen dabei neue Begriffskonzepte der Kulturellen Bildung wie Globales Lernen und Postkolonialismus.

Die Tagung stellt die unterschiedlichen Konzepte des „globales Lernens“ und den aktuellen Diskurs zum Postkolonialismus vor. „Globales Lernen“ zielt auf eine „globale“, das heißt eine ganzheitliche, multiperspektivische und umfassende Sichtweise des Unterrichts ab, statt Unterrichtsfächer fragmentiert, partikulär oder disziplinspezifisch zu betrachten.  „Postkolonialismus“ ist ein kulturtheoretischer Ansatz, der an antiimperialistische Bewegungen anknüpft und sich gegen den vorherrschenden Ethno- und Eurozentrismus und den fortbestehenden Einfluss kolonialer Strukturen auf eine formal dekolonisierte Gegenwart richtet.

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Während der Tagung soll der Frage nachgegangen werden, was diese Ansätze für die Künste und die Kulturelle Bildung bedeuten und wie eine Loslösung von bestehenden Ansätzen innerhalb der Künste und der Kulturellen Bildung hin zu einer offenen Haltung gelingen kann. Ausgehend von Fragen des postkolonialen und globalen Lernens wird die Konferenz diese Fragen diskutieren, um gemeinsam Empfehlungen für neue Perspektiven auf Kunst und Kultur zu entwickeln. Dabei werden zu den verschiedenen Begriffskonzepten Perspektiven aus verschiedenen europäischen Ländern und die des globalen Südens ermöglicht, die nach jeweils kurzen Inputs auch miteinander über Orientierungslinien neuer Perspektiven auf Kunst und Kultur diskutieren.

Die Konferenzsprache der Tagung „Global learning in postcolonial times? New perspectives on arts and culture“ ist Englisch. Interessierte können vor Ort in Remscheid oder digital teilnehmen. Anmeldung unter: https://kulturellebildung.de/eno-conference-2021

Konferenzprogramm zum Download: https://kulturellebildung.de/app/uploads/2021/10/Flyer-Programme-ENO-conference-2021.pdf

Weitere Förderer dieser Tagung: Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, The European Network of Observatories in the Field of Arts and Cultural Education (ENO)