Gemälde in Grautönen, das eine Einkaufspassage mit Menschen zeigt, links unten im Bild ein weiß geschminkter Clown
ERWERBUNGSFÖRDERUNG

Doris Zieglers Gemälde „Aufbruch Straße“ bleibt in Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erwerben für das Albertinum das Werk „Aufbruch Straße“ (1988) der Leipziger-Schule-Malerin Doris Ziegler

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erwerben für das Albertinum das Werk „Aufbruch Straße“ (1988) der Leipziger-Schule-Malerin Doris Ziegler (*1949). Es befand sich bereits als Dauerleihgabe der Künstlerin in dem Museum. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 13.333 Euro, der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder fördert ebenfalls mit 13.333 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Am Beispiel von Doris Ziegler wird deutlich, wie sehr der Blick von Künstlerinnen und Künstlern dazu beitragen kann, Geschichte greifbar zu machen. ‚Aufbruch Straße‘ steht nicht nur exemplarisch für das kritische Kunstschaffen in der DDR, sondern auch für die künstlerische Zeitzeugenschaft in der Zeit vor der Wende. Für die Erinnerungskultur in Bezug auf die deutsche Teilung ist es essentiell, dass solche Werke, die in deutschen Museen bisher unterrepräsentiert sind, der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Förderung ist zudem ein herausragendes Beispiel dafür, wie unser Freundeskreis seit nunmehr einem Vierteljahrhundert die Arbeit der Stiftung ergänzend unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Dazu Carolin Hilker-Möll, Geschäftsführerin des Freundeskreises der Kulturstiftung der Länder: „Ich freue mich sehr, dass wir dank des Engagements unserer Mitglieder als Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder dabei mitwirken konnten, dass Doris Zieglers Gemälde ‚Aufbruch Straße‘ dauerhaft in Dresden bleiben kann. Der Ankauf trägt dazu bei, insbesondere das subversive kulturelle Schaffen aus der Zeit der DDR zu würdigen, sichtbarer zu machen und für künftige Generationen zu bewahren.“

Das Gemälde ist Teil der Werkreihe „Passagen-Werk“, in dem die Künstlerin zwischen 1988 und 1994 die charakteristischen Einkaufspassagen der Leipziger Innenstadt zum Schauplatz stilisierter Alltagsszenen macht. Darin thematisiert sie Stimmungen um die Wendezeit wie Resignation und Unsicherheit. Die Figur des Pierrots, des melancholischen Clowns, links unten im Bild ist ein Selbstporträt der Künstlerin. Es taucht in dieser Form immer wieder in ihrem Œuvre auf.

Die in Weimar geborene Doris Ziegler studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGBK) bei Werner Tübke (1929–2024) und Wolfgang Mattheuer (1927–2004), die beide zu den Hauptvertretern der Leipziger Schule zählen. Typisch für diese Stilrichtung ist die Darstellung von Alltagsszenen, die mit symbolischen oder mythischen Elementen versehen sind und teilweise – wie auch bei Ziegler – subtile Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in der DDR üben. Doris Ziegler war von 1993 bis 2014 selbst Professorin an der HGBK.

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