AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

Die globale Geschichte des Geldes im Historischen Museum Frankfurt

Anhand von Münzen und weiteren Sammlungsobjekten veranschaulicht die Ausstellung globalen Verflechtungen und ihre historischen Zusammenhänge

Was einen Vulkanausbruch in Indonesien mit der Erfindung des Fahrrads und der Figur von Frankensteins Monster verbindet, zeigt die Sonderausstellung „Die Welt im Geld“. Bis zum 31. Januar 2027 veranschaulicht das Historische Museum Frankfurt anhand von Münzen und weiteren finanzhistorischen Objekten die globalen Folgen lokaler Ereignisse. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 36.400 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Das Historische Museum Frankfurt erzählt Weltgeschichte anhand seiner Objekte und bringt so seine Sammlung eindrucksvoll zum Sprechen. Ausgehend von Frankfurt als Finanzzentrum wird erfahrbar, wie eng Stadtgeschichte und globale Entwicklungen miteinander verwoben sind. Die Ausstellung lädt dazu ein, das Große im Kleinen, das Ganze im Einzelnen zu erkennen und zeigt, dass historische Münzen auch jenseits fachlicher Spezialinteressen überraschende Zugänge zu unserer Gegenwart eröffnen.“

Bereits seit der Antike verbinden Märkte und Finanzströme weit entfernte Regionen miteinander. Die Geschichte solcher globalen Vernetzungen und Verflechtungen – und die Rolle, die die Stadt am Main dabei spielte – erzählt das Historische Museum Frankfurt. Im Zentrum der Ausstellung stehen Objekte aus der Frankfurter Sammlung, die globale Zusammenhänge von kolonialer Expansion, Migration und Klimakatastrophen aber auch technologische Innovationen und kulturellen Wandel greifbar machen. So steht eine Teuerungsmedaille von 1817, die auf ihrer Rückseite die stark gestiegenen Preise für Getreide verzeichnet, für die weltweiten Folgen eines Vulkanausbruchs in Indonesien. Die daraus resultierende Aschewolke verdunkelte weite Teile der Nordhalbkugel, führte zu anhaltend nassen Wetterbedingungen und zerstörte durch Unwetter großflächig die Ernten. Doch die Auswirkungen gingen weit über die Landwirtschaft hinaus: Einerseits könnte die Knappheit von Futter und die daraus folgenden Notschlachtungen von Pferden die Verbreitung des Fahrrads beschleunigt haben, andererseits verbrachte die Schriftstellerin Mary Shelley (1797–1851) den Großteil ihres Schweiz-Aufenthalts während des „Jahres ohne Sommer“ 1816 aufgrund des anhaltenten Regens überwiegend im Haus, wo sie unter anderem mit dem Schreiben ihres Romans „Frankenstein“ begann. Die Ausstellung macht so deutlich, wie weit die Anfänge der Globalisierung tatsächlich zurückreichen und welche Dynamiken lokale Ereignisse in der Vergangenheit weltweit entfalten konnten. Zugleich zeigt sie, wie eng Geld, Macht und Privilegien seit jeher miteinander verknüpft sind.

Weitere Förderer: Stiftung der Frankfurter Sparkasse, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, Ernst Max von Grunelius-Stiftung, FAZIT-STIFTUNG, Förderer & Freunde des Historischen Museums Frankfurt

Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di – So 11:00 – 18:00, Do bis 21:00 (Neubau), Mo geschlossen

https://historisches-museum-frankfurt.de/de/

 

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