Ausstellungsförderung

Design, Reformation & Perspektivwechsel: Ausstellungsförderungen der Kulturstiftung der Länder

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung der Länder hat auf seiner jüngsten Sitzung rund eine halbe Million Euro für Ausstellungsförderungen in Deutschland bewilligt.

Unter dem Vorsitz des Berliner Staatssekretärs für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, hat der Stiftungsrat der Kulturstiftung der Länder auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sieben Ausstellungsvorhaben in Deutschland zu unterstützen. Torsten Wöhlert hat dabei den Stiftungsratsvorsitzenden und Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, vertreten.

Gefördert werden grundsätzlich kunst- und kulturhistorische Ausstellungen, die von öffentlichen Einrichtungen konzipiert und temporär ausgerichtet werden. Sie sollen von den eigenen Beständen der jeweiligen Institution ausgehen, regional verankert und zugleich international bedeutsam sein. Seit 2009 stellen die 16 Bundesländer jährlich Mittel für Ausstellungsförderungen bereit. Weitere Förderkriterien und Informationen zur Antragstellung für eine Ausstellungsförderung finden Sie auf der Webseite der Kulturstiftung der Länder www.kulturstiftung.de.

Die beschlossenen Ausstellungsförderungen in der Übersicht

Bei den nachfolgenden Ausstellungstiteln handelt es sich teilweise noch um Arbeitstitel. Die Ausstellungstermine können sich noch ändern.

Vitra Design Stiftung gGmbH, Weil am Rhein
Working on Progress. Frauen im Design 1920 – heute
25.09.2021 bis 06.03.2022

Mit der Ausstellung „Working on Progress. Frauen im Design 1920 – heute“ würdigt das Vitra Design Museum den Beitrag von Frauen zur Entwicklung des Designs in den vergangenen 100 Jahren. Bis heute sind Frauen in den Sammlungen der Designmuseen, in der Designpraxis und den Narrativen der Designgeschichte deutlich weniger präsent als Männer. Auch wurde ihre Rolle in der Designgeschichte bislang in keiner größeren Ausstellung thematisiert. „Working on Progress“ soll dem entgegenwirken, dabei stehen nicht nur einzelne Designerinnen und Designunternehmerinnen im Fokus, auch der Kontext, in dem sie arbeiteten wird untersucht.

Kunstsammlungen Chemnitz
Brücke und Blauer Reiter

Wuppertal: 21.11.2021 bis 27.02.2022
Chemnitz: 26.03.2022 bis 26.06.2022
Bernried: 16.07.2022 bis 13.11.2022

In enger Kooperation werfen das Buchheim Museum in Bernried, das Von der Heydt-Museum Wuppertal und die Kunstsammlungen Chemnitz mit ihrer gemeinsamen Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ einen neuen Blick auf die Bedeutung und das Zusammenwirken der Künstlergruppen Brücke und Blauer Reiter. Unter Einbeziehung jüngerer kunsthistorischer Forschungsansätze soll das Wirken der Formationen neu betrachtet werden. 1996 fand die letzte große Ausstellung zum Verhältnis der beiden Künstlergruppen in Deutschland statt, beide stehen exemplarisch für den deutschen Expressionismus. In der Schau gezeigt werden ausgewählte Hauptwerke beider Gruppen, darunter Gemälde und Arbeiten auf Papier unter anderem von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein und Emil Nolde für die Brücke, sowie Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Paul Klee für den Blauen Reiter.

St. Annen-Museum Lübeck
Lucas Cranach d.Ä. und Hans Kemmer. Meistermaler der Reformation
24.10.2021 bis 06.02.2022

2021 jährt sich der Todestag des in Lübeck geborenen Malers Hans Kemmer zum 460. Mal. Der für Lübeck prägende Maler verbrachte mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Jahre als Geselle in der Wittenberger Cranach-Werkstatt. Die Ausstellung „Lucas Cranach d.Ä. und Hans Kemmer. Meistermaler der Reformation“ im St. Annen-Museum Lübeck stellt den Lübecker Maler neben dessen Lehrer, den künstlerischen Wortführer der Reformation. Mit der Schau soll Kemmer als Reformationsmaler gewürdigt und zugleich in das Gedächtnis der Stadt Lübeck zurückgeholt werden.

MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
Marcel Duchamp. Eine Revision des Objekts
September 2021 bis Februar 2022

Marcel Duchamps Werke revolutionierten den Begriff der Kunst, noch bis heute hat die Einführung des Ready-mades – bei dem ein Alltagsgegenstand zum Kunstwerk gemacht wird – das Denken über Kunst verändert. Das MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main widmet Marcel Duchamp ab September 2021 die Ausstellung „Marcel Duchamp. Eine Revision des Objekts“. Bislang war das Werk Duchamps selten in einer umfangreichen Werkschau zu sehen. Die Ausstellung in Frankfurt versucht, den Dualismus von Subjekt und Objekt bei Duchamp durch die zeitgenössische Philosophie zu begreifen.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Museum Kunstpalast Düsseldorf
Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler
Darmstadt: 07.10.2021 bis 09.01.2022
Düsseldorf: 02.02.2022 bis 08.05.2022

In der Ausstellung „Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ wird erstmals die künstlerische Position Max Liebermanns im Kontext der westeuropäischen Kunst, speziell der niederländischen und französischen Kunst, gezeigt werden. Im Fokus stehen dabei Liebermanns langjähriger Aufenthalt in Paris und seine zahlreichen Aufenthalte in den Niederlanden. In der Schau werden die Werke Liebermanns seinen Zeitgenossen und historischen Vorbildern gegenübergestellt, um so die Entwicklung Liebermanns als „europäischer“ Maler sichtbar zu machen.

Max Liebermann, Der Nutzgarten in Wannsee nach Westen, auf dem Weg eine Gärtnerin, 1924 © Städtische Museen Zwickau, Kunstsammlungen, Plakatgestaltung: Stan Hema

 

Kunsthalle St. Annen, Lübeck; Kunsthalle Rostock
PERSPEKTIVWECHSEL. Kunst nach 1945 aus den Sammlungen der Kunsthallen in Lübeck und Rostock
09.11.2021 bis Februar 2022

Mit „PERSPEKTIVWECHSEL“ werfen die Kunsthalle St. Annen in Lübeck und die Kunsthalle Rostock einen Blick auf die Geschichte und Entwicklung beider Museen und ihrer Sammlungen nach 1945. Trotz der geografischen Nähe der beiden Hansestädte entwickelten sich die Sammlungsbestände unter verschiedenen Gesellschaftssystemen unterschiedlich. Ab November 2021 werden ausgewählte Werke aus beiden Museen zusammengeführt und in einen Dialog gebracht. Ziel soll es sein, Einblicke in das jeweilige Partnermuseum zu ermöglichen und die Wahrnehmung der Kunst in Ost- und Westdeutschland widerzuspiegeln.

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Schloss Charlottenburg
Antoine Watteau: Kunst – Markt – Gewerbe
09.10.2021 bis 09.01.2022

2021 jährt sich der Todestag von Antoine Watteau (1684-1721) – einer der wichtigsten europäischen Künstler des frühen 18. Jahrhunderts – zum 300. Mal. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg widmet dem innovativsten Exponenten des frühen Rokokos daher die Ausstellung „Antoine Watteau: Kunst – Markt – Gewerbe“ im Schloss Charlottenburg, in der die Werke des Künstlers, ihre Rezeption und der Kunstmarkt des 18. Jahrhunderts fokussiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei sein Schlüsselwerk „Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“, das um 1744 von Friedrich dem Großen erworben und im Konzertzimmer des Schlosses Charlottenburg in Berlin platziert wurde.