Ausstellungsförderung

Der Caravaggismus in der Alten Pinakothek

Die Alte Pinakothek holt die Caravaggisten nach München. In der Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ zeigt sie mehr als 70 der wichtigsten Werke, gegenseitige Einflüsse aber vor allem auch Alleinstellungsmerkmale. Im Fokus stehen die Utrechter Künstler Dirck van Baburen, Gerard van Honthorst und Hendrick ter Brugghen. Die Ausstellung wurde von der Kulturstiftung der Länder mit 75.000 Euro gefördert.

„Utrecht, Caravaggio und Europa“ ist eine Kooperation der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit dem Centraal Museum Utrecht und der Radboud Universität Nijmegen. Nach Utrecht kommt die Ausstellung nun in den neugestalteten Sonderausstellungsbereich der Alten Pinakothek. Gezeigt werden Werke von Künstlern, die in Rom direkten Kontakt mit dem Werk Caravaggios hatten und sich vor Ort untereinander austauschten, darunter auch Orazio Gentileschi, Bartolomeo Manfredi oder Jusepe de Ribera. Viele Werke, wie der Heilige Hieronymus von Caravaggio, sind in der Ausstellung erstmals in Deutschland zu sehen.

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Chiaroscuro ist das Stichwort des aufstrebenden Caravaggismus zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Dramatische Lichtführung, intensive Farbgebung und ein neuartiger Realismus erwarteten junge Künstler, die für ihr Studium zu dieser Zeit nach Rom reisten. Aus der Niederländischen Malertradition kommend staunte ein Hendrick ter Brugghen wohl nicht schlecht beim Anblick eines vor Farbe strotzenden Caravaggios. Dessen Einflüsse in den Werken dieser Künstler sind fortan unverkennbar und doch unterscheiden sie sich etwa durch die Wahl des Sujets, ihrer Maltechnik oder der Bildfindung. Diese Unterschiede arbeitet die Ausstellung heraus. Im Mai werden sie Thema eines wissenschaftlichen Symposiums sein.

Die Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ wird begleitet von einem umfangreichen Vermittlungskonzept. Neben Führungen, Workshops und Veranstaltungen im Bereich Musik und Theater, wird ein Einführungsfilm produziert, der das Leben von Künstlern in Rom am Beispiel der Utrechter Caravaggisten aufgreift. In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste werden im Rahmen der Ausstellung Werke unter der Fragestellung entstehen: „Wie würden Künstler caravaggesque Bildthemen heute umsetzen?“ Diese werden 2019 auf der Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste zu sehen sein.

Weitere Förderer: Ernst von Siemens Kunststiftung, Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Königreich der Niederlande

Utrecht, Caravaggio und Europa
17. April bis 21. Juli 2019
Alte Pinakothek
Barer Str. 27, 80333München
Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di-So 10-18 Uhr

https://www.pinakothek.de/