Das Kaiserreich vermitteln: Kulturstiftung der Länder fördert Tagung in Bad Homburg

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen veranstalten vom 21. bis 22. Juni 2021 in Bad Homburg die Konferenz „Das Kaiserreich vermitteln: Brüche und Kontinuitäten seit 1918“. Im Fokus der internationalen, wissenschaftlichen Tagung anlässlich der Wiederöffnung des Königsflügels im Schloss Bad Homburg (Herbst 2021) steht die Vermittlung der Epoche und jüngere Erkenntnisse der Forschung zur Kaiserzeit (1871-1918). Die Kulturstiftung der Länder fördert die Tagung mit 45.900 Euro.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „In den vergangenen Monaten sind immer wieder das Kaiserreich und seine Symbole Gegenstand der politischen Auseinandersetzung gewesen. Es ist wichtig, dass wir uns gemeinsam damit auseinandersetzen, wofür sie stehen und wie dieses historische Erbe durch politische Institutionen und kulturelle Einrichtungen angemessen vermittelt werden kann. Die Tagung ,Das Kaiserreich vermitteln‘ wird einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über die Kaiserzeit und wichtige Impulse für die Geschichtsdidaktik und moderne pädagogische Formate liefern.“

2021 jährt sich die Gründung des Kaiserreiches zum 150. Mal. Die Tagung, die sich mit dessen Vermittlung mit einem Schwerpunkt in der Geschichtsdidaktik beschäftigt, wurde von Prof. Dr. Torsten Riotte von der Goethe-Universität konzipiert sowie inhaltlich und organisatorisch vorbereitet. Ziel der Tagung ist, einen wissenschaftlichen Diskurs anzustoßen, bei dem die Vermittlung von Geschichte im Fokus steht. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Geisteswissenschaften, Kunstgeschichte und politischer Bildung werden im Bad Homburger Schloss aktuelle Debatten der Forschung zum Kaiserreich vorstellen und Fragen zur Vermittlung dieser Epoche stellen. Diskussionen, unter anderem zur Rolle des Kaiserreichs in der historischen Erinnerung der Deutschen, sollen einen aufklärenden Beitrag in der Debatte um die Nutzung von Figuren und Symbolen dieser Epoche durch nationalistische bis rechtsextreme Kreise leisten und erklären, warum sich Anhängerinnen und Anhänger nationalistischer oder rechtsextremer Kreise in der Gesellschaft der Bundesrepublik immer mehr Gehör verschaffen. Nach der Tagung sollen Debatten und Erkenntnisse in einem Tagungsband veröffentlicht werden.

Nach zehnjähriger Schließung und Restaurierung werden 2021 die kaiserlichen Appartements im Bad Homburger Schloss wiedereröffnet. Kaiser Wilhelm II. und seine Frau Auguste Viktoria kamen regelmäßig nach Bad Homburg, das Schloss war eine ihrer Sommerresidenzen. Die Appartements sind deutschlandweit die einzigen noch authentisch eingerichteten Wohnräume und ein einzigartiges Beispiel für wilhelminische Wohnkultur. Auch andere preußischen Könige und deutsche Kaiser nutzten das Schloss als Sommerresidenz. Die Instandsetzung der Appartements, die neben dem persönlichen Geschmack auch das geschichtspolitische Weltbild des Monarchen widerspiegeln, bot Anlass sich intensiver mit der Kaiserzeit zu beschäftigen – daraus resultierte die Ausrichtung einer Tagung. Im Erdgeschoss des Schlosses wird zudem eine Begleitausstellung zu sehen sein.

Die Referentinnen und Referenten der Tagung „Das Kaiserreich vermitteln“ werden Ende Juni im Bad Homburger Schloss zusammenkommen. Interessierte können digital an der Tagung teilnehmen. Bei Interesse ist eine vorherige Anmeldung, bis spätestens zum 16. Juni 2021 unter kaiserreich-tagung@schloesser.hessen.de erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die zwei Veranstaltungstage gliedern sich in drei Abschnitte: Reformfähigkeit diskutieren; Wirtschaft, Gesellschaft, Lifestyle: Modernität problematisieren; das Kaiserreich didaktisch vermitteln. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Weitere Förderer dieser Tagung: Hessische Kulturstiftung