Aufgaben

Arbeitsstelle für Provenienzforschung

Die Arbeitsstelle für Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die Aufgabe, Museen, Bibliotheken, Archive und andere öffentlich unterhaltene Kulturgut bewahrende Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bei der Identifizierung von Kulturgütern in ihren Sammlungen und Beständen zu unterstützen, die während der Zeit des Nationalsozialismus den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden. Die Kulturstiftung der Länder hat sich in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Provenienzforschung und der Lösung von Restitutionsfällen gewidmet. Denn die Aufarbeitung ihrer Sammlungsgeschichte hat auch die deutschen Museen immer häufiger beschäftigt. Enteignungen und Zwangsverkäufe aus jüdischen Sammlungen im Dritten Reich führten zu zahlreichen Restitutions­fällen, die oftmals mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder zu einer ausgleichenden Lösung fanden.

Einzelne Rechercheprojekte und systematische Erforschung

Gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, wurde 2008 die „Arbeitsstelle für Provenienzforschung“ ins Leben gerufen. Museen, Bibliotheken und Archive erhalten hier die nötigen Mittel, um sowohl einzelne Rechercheprojekte als auch die systematische Erforschung ihrer Sammlungsbestände voranzutreiben. Zudem ist es die Aufgabe der Arbeitsstelle, die Provenienzforschung in Deutschland besser zu vernetzen sowie bei Koordinierungs- und fachübergreifenden Fragen zu beraten. Die Kulturstiftung der Länder finanziert die Geschäftsstelle, die Bundesregierung stellt die Mittel für die Forschung vor Ort in den Museen bereit.

Fünf Jahre Projektförderung

Die Arbeitsstelle für Provenienzforschung vergab bisher Fördermittel von insgesamt 8 Millionen Euro an 129 kurz- und langfristige Projekte hilfesuchender Einrichtungen zur Aufklärung von NS-Raubkunst in den Sammlungsbeständen. Wissenschaftler durchleuchteten dabei akribisch die Depots auf der Suche nach noch so kleinen Anhaltspunkten für eine unrechtmäßige Enteignung: Über 90.000 verdächtige Kunst- und Kulturgüter in 67 großen wie kleinen Museen in ganz Deutschland und über eine halbe Million Bücher und Drucke in 20 Bibliotheken wurden seitdem auf ihre Herkunft überprüft, zahlreiche Kulturgüter –  als Folge der Forschungen der durch die Arbeitsstelle unterstützten Projekte – ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben.

Kontakt

Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung
beim Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin
Dr. Uwe Hartmann
Leitung
Bodestraße 1-3
10178 Berlin
Telefon: 030/266 4269 30
> E-Mail
> http://www.arbeitsstelle-provenienzforschung.de