Aufgaben

Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung

Lyonel Feininger, Kirche von Niedergrunstedt, 1919 *

Die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die Aufgabe, Museen, Bibliotheken, Archive und andere öffentlich unterhaltene Kulturgut bewahrende Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bei der Identifizierung von Kulturgütern in ihren Sammlungen und Beständen zu unterstützen, die während der Zeit des Nationalsozialismus den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden. Die Kulturstiftung der Länder hat sich in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Provenienzforschung und der Lösung von Restitutionsfällen gewidmet. Denn die Aufarbeitung ihrer Sammlungsgeschichte hat auch die deutschen Museen immer häufiger beschäftigt. Enteignungen und Zwangsverkäufe aus jüdischen Sammlungen im Dritten Reich führten zu zahlreichen Restitutions­fällen, die oftmals mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder zu einer ausgleichenden Lösung fanden.

Einzelne Rechercheprojekte und systematische Erforschung

Gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, wurde die „Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung“ ins Leben gerufen. Museen, Bibliotheken und Archive erhalten hier die nötigen Mittel, um sowohl einzelne Rechercheprojekte als auch die systematische Erforschung ihrer Sammlungsbestände voranzutreiben. Zudem ist es die Aufgabe der Arbeitsstelle, die Provenienzforschung in Deutschland besser zu vernetzen sowie bei Koordinierungs- und fachübergreifenden Fragen zu beraten. Die Kulturstiftung der Länder finanziert die Geschäftsstelle, die Bundesregierung stellt die Mittel für die Forschung vor Ort in den Museen bereit.

Kontakt

Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung
beim Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin
Dr. Uwe Hartmann
Leitung
Bodestraße 1-3
10178 Berlin
Telefon: 030/2090 6211/15
Fax: 030/2090 6216
> E-Mail
> www.smb.museum/provenienzforschung

* Das Gemälde Kirche von Niedergrunstedt von Lyonel Feininger, 1919, wurde 1949 für die „Galerie des XX. Jahrhunderts“ erworben und befindet sich seit Jahrzehnten in der Neuen Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Eigentümer ist das Land Berlin. Im Auftrag des Berliner Senats überprüft die Berlinische Galerie die Provenienz des Werkes für den Zeitraum von 1931 bis 1949. In der Berlinischen Galerie wird der Nachlass des Kunsthändlers Ferdinand Möller bewahrt und erschlossen. Da frühe Kataloge der „Galerie des XX. Jahrhunderts“ den Hinweis „Früher Galerie Ferdinand Möller“ beinhalten, erfolgte diese Beauftragung aus einem nachvollziehbaren Grund.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009