Erwerbungsförderung

Sammlung Münchner Schmuck im Münchner Stadtmuseum

Das Münchner Stadtmuseum zeigt ab dem 13. November 2020 in seiner Ausstellung „MUC / Schmuck – Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung“ erstmals die erworbene private Sammlung Münchner Schmuck von Dr. Beate Dry-von Zezschwitz (*1940). Die von der ehemaligen Kunsthistorikerin und Kunsthändlerin zusammengetragene Sammlung umfasst 198 Schmuckstücke des ausgehenden 19. und ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Schmuckstücke wurden ausschließlich von in München ausgebildeten oder dort tätigen Künstlerinnen und Künstlern entworfen. Die Kulturstiftung der Länder förderte den Ankauf mit 100.000 Euro.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Die Sammlung Dry-von Zezschwitz veranschaulicht eindrücklich fünf Jahrzehnte Münchner Schmuckschaffens. Es ist keine weitere Sammlung dieser Art und dieses Umfangs bekannt, daher freue ich mich, dass wir mithelfen konnten, sie für die Region München zu erhalten. Im Münchner Stadtmuseum werden die Schmuckstücke künftig in der Vermittlung und weiteren wissenschaftlichen Erforschung der lokalen angewandten Kunst eine besondere Rolle spielen. Es freut mich auch, dass Objekte der Sammlung nun erstmals öffentlich ausgestellt werden.“

Über einen Zeitraum von rund 40 Jahren hatte die Kunsthändlerin Dr. Beate Dry-von Zezschwitz die Sammlung zusammengetragen – durch persönliche Kontakte zu den Nachfahren einzelner Künstlerinnen und Künstler sowie durch Ankäufe im Auktions- und Antiquitätenhandel, vor allem in München und Umgebung. Sie berücksichtigte dabei vor allem Künstlerinnen und Künstler, die wesentlich an der Ausprägung eines spezifischen Münchner Stils mitgewirkt hatten und Münchner Schmuck weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hatten. Die Sammlung gewährt einen Einblick in das Schaffen individueller Künstlerinnen und Künstler, aber auch einen Überblick zur Entwicklung der Gattung Schmuck am Kunststandort München im Zeitraum von 1885 bis in die 1930er Jahre, in Ausnahmen bis 1974. Neben den annähernd 200 Schmuckstücken von rund 70 Goldschmieden und Goldschmiedinnen sowie Bildhauern und Bildhauerinnen, erwarb das Münchner Stadtmuseum auch ein Konvolut an Entwurfszeichnungen, Photographien, Urkunden, Mappenwerken und Schmucketuis.

Unter den Schmuckstücken finden sich unter anderem Broschen, Armbänder und Armreifen, Gürtelschließen und Gürtelanhänger, Krawatten-, Mieder- und Hutnadeln sowie Hals-, Revers- und Blusenschmuck. Die Münchner Goldschmiedekunst galt um 1900 als die bedeutendste regionale Schule in Deutschland. Eine Besonderheit stellt die für München typische Verbindung von Schmuck und Kleinplastik dar, die in keiner anderen Stadt Deutschlands so häufig auftrat. Auch 41 Schmuckstücke der Sammlung Dry-von Zezschwitz sind als kleine Statuetten oder Medaillen und Plaketten gestaltet.

Vom 13. November 2020 bis zum 5. April 2021 werden in der Ausstellung „MUC / Schmuck – Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung“ im Münchner Stadtmuseum rund 100 Schmuckstücke der Sammlung gezeigt und circa 50 Werken zeitgenössischer Schmuckkünstlerinnen und –Künstlern gegenübergestellt. Konzipiert in Zusammenarbeit vom Münchner Stadtmuseum und Studierenden der Akademie der Bildenden Künste sowie ihrer Professorin Karen Pontoppidan informiert die Ausstellung über die historischen Stücke und deren Hintergründe sowie über die Herangehensweise und Objekte zeitgenössischer Schmuckkünstlerinnen und –Künstler.

Weitere Förderer: Landeshauptstadt München

Karl Rothmüller, Brosche, um 1910, Gold, gegossen, gelötet, Türkis, Perlen, Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

Karl Rothmüller, Brosche, um 1910, Gold, gegossen, gelötet, Türkis, Perlen, Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

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Sofie Burger-Hartmann, Brosche, 1898, Silber, getrieben, verbödet, 
Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

Sofie Burger-Hartmann, Brosche, 1898, Silber, getrieben, verbödet, Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

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Steinschnitt: Martin Seitz, Fassung: Gudrun Seitz, Ring, um 1950, Lagenstein, Negativschnitt; Gold, gegossen, getrieben, gelötet, 
Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

Steinschnitt: Martin Seitz, Fassung: Gudrun Seitz, Ring, um 1950, Lagenstein, Negativschnitt; Gold, gegossen, getrieben, gelötet, Sammlung Dry-von Zezschwitz; © Foto: Münchner Stadtmuseum

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