Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zeigt vom 17. April bis zum 1. November 2026 eine Retrospektive des Fotografen Hans Hansen (*1940). Hansen gilt als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Objektfotografie und arbeitete unter anderem für Unternehmen wie Volkswagen, Lufthansa oder den Designer Tapio Wirkkala. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 29.575 Euro.
Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Mit dieser Ausstellung würdigt das MK&G Hans Hansen als bedeutende Persönlichkeit der deutschen Fotografie- und Designgeschichte. Seine klare, reduzierte Bildsprache war stilprägend für die Objektfotografie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf Basis seines Vorlasses hat das Museum sein Werk erschlossen, erforscht und lässt nun die Öffentlichkeit daran teilhaben. Damit wird nicht zuletzt der Stellenwert der angewandten Fotografie hervorgehoben, die Teil unseres kulturellen Gedächtnisses ist.“
Der aus Bielefeld stammende Hansen studierte Ende der 1950er Jahre Angewandte Grafik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und entwickelte seine fotografische Praxis autodidaktisch. Nach seinem Abschluss zog er nach Hamburg, wo er seit Mitte der 1960er Jahre als selbstständiger Fotograf tätig war und unter anderem Kampagnen für Lufthansa realisierte. Es folgten internationale Aufträge für Unternehmen wie Nikon, Volkswagen, Vitra, Erco, Siemens, Sony, Perrier und Jil Sander. In seinen Stillleben, die unter anderem in Magazinen wie Stern, Harper’s Bazaar und Vogue erschienen, ordnet, zerlegt und strukturiert er Formen, Farben und Materialien. Ein bekanntes Beispiel ist die Fotografie eines in rund 7.000 Einzelteile zerlegten VW Golf aus dem Jahr 1988.
Ausgangspunkt der Schau bilden das Archiv des Fotografen Hans Hansen sowie seine privaten Sammlungen, die das MK&G Hamburg im Jahr 2020 als Vorlass erhalten hat. Es umfasst rund 10.000 Diapositive, Druckbelege, Briefe und Dokumente – darunter Materialien zur Planung von Fotoshootings – sowie 225 Abzüge. In den vergangenen Jahren wurde das Konvolut inventarisiert, digitalisiert und wissenschaftlich erschlossen und wird nun erstmals umfassend der Öffentlichkeit präsentiert. Das Museum rückt in der Ausstellung die analoge Fotografie als gestalterisches Medium in der Design- und Produktkultur in den Fokus. Dabei wird neben Hansens reduzierter Arbeitsweise und charakteristischer Bildsprache, die spätere Künstlerinnen und Künstler wie Ricarda Roggan oder Annette Kelm prägten, auch die Geschichte der Objekt- bzw. Werbefotografie beleuchtet, die weniger erforscht ist als die Kunstfotografie.
Weitere Förderer: Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg, Hubertus-Wald-Stiftung, Karin Stilke Stiftung, Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur, Annegret und Claus-G. Budelmann, Martha-Pulvermacher-Stiftung, Manfred Heiting Trust
Foto: Hans Hansen
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Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz, 20099 Hamburg
Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag bis Sonntag 10:00-18:00, Donnerstag 10:00-21:00