Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky erwirbt den Teilnachlass des Exil-Schriftstellers Bruno Frank (1887–1845) und seiner Frau, der Dramaturgin und Schauspielerin Elisabeth Frank (1903–1979). Er enthält Briefe von Thomas Mann (1875–1955) und weiteren Persönlichkeiten der Exilliteratur. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 12.500 Euro.
Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Schriften und Dokumente aus dem Nachlass von Bruno und Elisabeth Frank sind wichtige Zeugnisse der deutschsprachigen Exilliteratur. Sie geben Einblicke in das Leben und Denken bedeutender Persönlichkeiten, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten. In der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stehen sie nun erstmalig der Literatur- und Geschichtswissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.“
Das erworbene Konvolut umfasst zwei Teile. Der Nachlass von Bruno Frank enthält neben Werkmanuskripten und Dokumenten zahlreiche Briefkorrespondenzen mit seinem engen Freund Thomas Mann und dessen Familie sowie weiteren bedeutenden Exilautoren wie Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Egon Erwin Kisch, Franz Werfel oder Stefan Zweig. Sie stammen überwiegend aus den späten 1930er und 1940er Jahren und geben Aufschluss über die Lebensumstände und Netzwerke der deutschsprachigen Literaturszene im Exil, für die Südkalifornien ein wichtiges Zentrum war. Bruno Frank, der aus einer jüdischen Bankiersfamilie stammte, hatte gemeinsam mit seiner Frau Deutschland bereits nach dem Reichstagsbrand 1933 verlassen; das Paar ließ sich nach mehreren Stationen in Europa 1937 in der Umgebung von Los Angeles nieder.
Der zweite Teil des Nachlasses stammt von Elisabeth „Liesl“ Frank (zuletzt Lustig) und umfasst etwa 100 Briefe ihrer Mutter, der österreichischen Operettensängerin Fritzi Massary (1882–1969), die 1939 ebenfalls emigrierte und bis zu ihrem Tod in Beverly Hills lebte. Die Briefe stammen überwiegend aus dem Zeitraum von 1945 bis 1949. Ferner sind weitere Korrespondenzen der Familie sowie Bühnen- und Porträtfotos von Fritzi Massary enthalten, außerdem Lebensdokumente von Elisabeth Frank und Drehbücher, an denen sie mitgewirkt hat.
Der Teilnachlass von Bruno und Elisabeth Frank wird aus Privatbesitz erworben. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg wird die Dokumente digitalisieren und frei zugänglich online veröffentlichen.
Weitere Förderer: Hermann Reemtsma Stiftung