Blick in ein Archiv mit Aktenordner
ERWERBUNGSFÖRDERUNG

Briefe des Komponisten Max Bruch an Ernst Rudorff kommen nach Köln

Das Max Bruch-Archiv der Universität zu Köln erwirbt über 400 Briefe des Kölner Komponisten Max Bruch

Das Max Bruch-Archiv am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln erwirbt über 400 Briefe des Kölner Komponisten Max Bruch (1838–1920) an seinen Berliner Kollegen Ernst Rudorff (1840–1916) und weitere Dokumente. Das Konvolut stammt aus dem Nachlass von Ernst Rudorff. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 30.000 Euro.

 

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Briefe von Max Bruch sind weit mehr als persönliche Korrespondenz. Sie sind historische Zeugnisse, die es ermöglichen, aus erster Hand Einblicke in das Musikleben und die gesellschaftlichen Debatten des 19. Jahrhunderts zu erhalten. Für die kulturhistorische Forschung sind schriftliche Originalquellen von unschätzbarem Wert. Es ist in unser aller Interesse, dass solche Kulturgüter dauerhaft für Wissenschaft und Öffentlichkeit gesichert werden. Sie ermöglichen uns, die Vergangenheit differenziert zu rekonstruieren und Geschichtsschreibung vor Verfälschungen zu bewahren.“

Max Bruch zählt neben Jacques Offenbach zu den bedeutendsten aus Köln stammenden Komponisten des 19. Jahrhunderts. Er ist besonders für sein erstes Violinkonzert (1868) sowie für sein auf jüdischen Melodien basierendes „Kol Nidrei“ (1880) für Cello und Orchester bekannt. Sein Werk, das überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand, wird der Spätromantik zugeordnet. Die Briefe geben Aufschluss über die Netzwerke und das Musikleben der Zeit. Bruch äußert sich über die Werke anderer Komponisten. Thematisiert wird auch sein Konkurrenzverhältnis zu Johannes Brahms, dessen Werk eine große ästhetische Nähe zu Bruch aufweist. Neben privaten Beziehungen und Konflikten werden gesellschaftliche und politische Themen angesprochen; u. a. geht es um Antisemitismus, Militarismus und die Kritik an der Moderne. In der Dokumentensammlung enthalten sind beispielsweise auch Postkarten, Manuskripte oder kommentierte Zeitungsartikel.

 

Das Max Bruch-Archiv wurde 1949 von Ewald Bruch, einem Sohn des Komponisten, gegründet. Es ist seit 1966 am Musikwissenschaftlichen Institut der Uni Köln angesiedelt und sammelt und bewahrt Dokumente zum Leben und Werk von Max Bruch, die dort der Forschung zur Verfügung stehen. Das erworbene Briefkonvolut ist bislang nicht wissenschaftlich ausgewertet.

 

Weitere Förderer: Landesverbands Rheinland

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