Schwarzweißfotografie mit Statuen in Trümmern
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Schriftliches Kulturgut erhalten: Bund und Länder fördern 92 Projekte

Deutschlandweit werden 92 Projekte über die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) finanziert

Im Jahr 2026 stellen der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Ländergemeinschaft gemeinsam 1,5 Millionen Euro im neuen Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ zur Verfügung. Deutschlandweit werden 92 Projekte über die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) finanziert.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Mit dem neuen Förderprogramm engagieren sich Bund und Länder gemeinsam für den Erhalt des schriftlichen Kulturerbes. Für unser Verständnis der Vergangenheit sind Originalquellen von immenser Wichtigkeit. Fake News, KI-generierte Inhalte und digital manipulierte Bilder führen uns heute vor Augen, dass authentische historische Zeugnisse unverzichtbar sind. Durch die Zusammenführung der bisherigen Förderlinien wird die Antragstellung vereinfacht, das kommt besonders kleineren Einrichtungen mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen zugute.“

Die Resonanz auf das neue Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ war groß – rund 200 Anträge gingen bei der KEK ein. Das Programm fasst zwei Förderlinien zusammen: Die KEK-Modellprojektförderung unterstützte bisher Projekte mit modellhaftem, innovativem und öffentlichkeitswirksamem Charakter sowie Maßnahmen in den Bereichen Notfallvorsorge, Fachkompetenz, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit. Im BKM-Sonderprogramm wurden großvolumige Maßnahmen zum Erhalt schriftlichen Kulturguts von nationaler bzw. überregionaler Bedeutung gefördert. Im neuen Programm unterstützt werden Projekte zum Erhalt einzigartiger Schriftquellen in Kulturgut bewahrenden Einrichtungen. Erstmals ist auch die Erhaltung fotografischer Bestände förderfähig, die von herausragender Bedeutung als historische Quellen sind.

Ein Beispiel aus den diesjährigen KEK-Projekten:

Das Münchner Stadtmuseum konserviert den rund 80.000 Negative umfassenden Nachlass des Fotografen Herbert List (1903–1975), der zu den bedeutendsten Reportagefotografen des 20. Jahrhunderts zählt. Seine Werke sind visuelle Zeugnisse der Zeitgeschichte und gesellschaftlicher Umbrüche, sie zeigen u. a. das Kulturleben der Weimarer Republik, Exilerfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus oder Lebensrealitäten im Europa der Nachkriegszeit. Ab 1951 war List Mitglied der Fotoagentur Magnum. Die Negative bestehen aus Zelluloseazetat und sind durch das sogenannte Essigsäuresyndrom gefährdet – einen chemischen Alterungsprozess, bei dem das Trägermaterial der Filme zerfällt. Sie werden im Rahmen des Projekts aus schädigenden Kunststoffhüllen entnommen und in säurefreie, atmungsaktive Papierhüllen umgelagert, um den fortschreitenden Zerfall langfristig zu verlangsamen.

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde im August 2011 gegründet und wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder gefördert. Seitdem werden über die KEK bundesweit Projekte im Bereich Originalerhalt unterstützt. Zudem fördert die KEK aktiv die spartenübergreifende Zusammenarbeit von Archiven und Bibliotheken sowie den Aufbau von Infrastrukturen im Bereich Überlieferungssicherung und Notfallvorsorge. Insgesamt wurden über die KEK in 15 Jahren 1.338 Projekte unterstützt. Dafür stellten die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder insgesamt mehr als 29,1 Millionen Euro bereit.

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