Kulturelle Bildung

Praxisbeispiele Kulturelle Bildung

von Johannes Fellmann

Bei den Lenbachs zuhause, Online-Figurentheater, Lenbachhaus, München

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Dass kulturelle Bildung auch in Zeiten von Corona Spaß macht, hat das Münchner Lenbachhaus gezeigt: Bei den Lenbachs zuhause ist ein künstlerisches Beteiligungsprojekt für Kinder und Jugendliche, die Online-Figurentheaterwerkstatt griff dabei die aktuelle Situation auf. Grundidee war, dass auch die Lenbachs, die fiktiven Bewohner des Museums, wie alle momentan nicht vor die Tür gehen. Die Familie ist also zuhause, kann Fernsehen und per Video mit Bekannten telefonieren. Aber was sehen und hören die Familienmitglieder? Was könnten sie darüber hinaus in ihren vier Wänden, dem Museum, alles erleben? Dazu entstanden gemeinsam produzierte Figurentheatervideos. An jedem Projekttag kamen die Mitarbeiter der Kunstvermittlung mit den jungen Teilnehmenden in einer Videokonferenz zusammen und haben über diese und einen Wiki zusammengearbeitet. Jeden Tag arbeiteten um die fünf Kinder und Jugendliche gemeinsam an einem Drehbuch. Anschließend wurden die Rollen verteilt und die einzelnen Textteile von den Kindern und Jugendlichen zuhause über ein Smartphone oder ein Aufnahmegerät selbstständig eingesprochen und anschließend an die Museumsmitarbeiter geschickt. Während aus diesen Soundstücken ein Hörspiel geschnitten wurde, zeichneten die Teilnehmenden die Figuren und Dekorationen, die dann von den Museumsmitarbeitern ausgedruckt und montiert wurden. Bei der anschließenden Redaktionssitzung im Videochat konnten die Kinder dann das bisherige Material mit eigenen Hörstücken (Krimi, Podcast, Nachrichtensendung in Eigenregie) und weiteren Dekorationen noch komplettieren. Zum Abschluss wurde die Folge vom Vortag präsentiert und diskutiert. Die Mitarbeiter des Lenbachhauses spielten jeweils anschließend an die Workshops das von den Kindern entwickelte Hörstück als Theaterstück auf einer Bühne, aus dem Videomitschnitt wurde eine fertige Schnittfassung erstellt.

Die Videos von Bei den Lenbachs zuhause finden Sie hier: www.lenbachhaus.de/blog/eine-figurentheaterwerkstatt-aus-der-distanz

 

Das Dortmunder U ist ein Labor für digital vermittelte Kultur

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Zentrum für Kunst und Kreativität nennt sich das Dortmunder U – im Kellereihochhaus der früheren Dortmunder Union-Brauerei hat sich im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 ein interdisziplinäres Kulturhaus gegründet. Das Museum Ostwall, der Hartware MedienKunstVerein, die kulturelle Bildungseinrichtung UZWEI, die Fachhochschule Dortmund, die Technische Universität Dortmund und weitere Vereine kooperieren bei ihren Angeboten: Ausstellungen, Filmprogramme, Workshops, Clubabende, Video- und Klangkunst und Kurse für Kinder und Jugendliche locken mit wachsendem Erfolg Menschen aus Stadt und Region in das Kulturzentrum. „Das Dortmunder U ist ein Kunstzentrum eigener Art. Es ist mehr Centre Pompidou als Louvre, sein Bezugsfeld keine Museumsmeile, sondern ein Kreativquartier“, sagt der ehemalige Leiter Kurt Eichler. Als Forum für gesellschaftliche Debatten will das Dortmunder U ein offener Ort sein und als Begleiter des Strukturwandels im Ruhrgebiet mit neuartigen kulturellen Formaten fungieren. „Die Verzahnung zwischen Kunst und Alltagswelt ist Programm“, sagt Eichler.

Einen Schwerpunkt legt das Zentrum dabei auf die Auswirkung von Digitalisierung und Vernetzung auf die soziale Kommunikation, auf die Vermittlung von Kultur wie auch die Produktionsbedingungen von Kunst. Für die ­kulturelle Bildung nutzt das Dortmunder U deshalb ins­besondere die digitalen Medien zur Vermittlung, um ­spielerische und partizipative Ansätze zu verfolgen. Ob Instagram-Workshop, Virtual Reality-Parcours oder Gaming-Club – auf der UZWEI, der Plattform für junge Me­dienschaffende, finden Jugendliche ein Zukunftslabor der kulturellen Bildung.

Kulturelle Institutionen treten im Turm des Dortmunder U in den Dialog mit Kreativwirtschaft und Forschung, das Zentrum möchte eine zeitgemäße Erforschung und Reflexion der vernetzten Welt darstellen. Denn die europäischen Museen und Kulturorte sind fast überall auf der Suche nach neuen Strategien im Audience Development. Kunst und Kultur wird zunehmend digital vermittelt.

www.dortmunder-u.de

 

Kunst und Spiele – phantasievolle Kulturvermittlung für Kinder, ein Programm der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Brandenburger Tor

Frühkindliche kulturelle Bildung nachhaltig an Kultureinrichtungen verankern und dafür strukturelle Prozesse anstoßen – das ist das wichtigste Ziel des Förderprogramms Kunst und Spiele der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor.  Seit 2013 hat sich ein Netzwerk aus bundesweit 23 renommierten Kunst- und Kultureinrichtungen und ihren Bildungspartnern gebildet, darunter u. a. das Filmmuseum Potsdam, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Kunstmuseum Bonn, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Marta Herford und das Klimahaus Bremerhaven. „Die Anwesenheit sehr junger Kinder an Kunst- und Kultureinrichtungen soll selbstverständlich werden. Dieses Ziel ist nicht unrealistisch, aber es ist herausfordernd“, sagt Programmleiterin Natalie Kronast von der Stiftung Brandenburger Tor. „Kultureinrichtungen haben den Auftrag, Menschen unabhängig von Alter und gesellschaftlicher Herkunft kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Und in der UN-Kinderrechtskonvention heißt es unmissverständlich: ‚Jedes Kind hat das Recht auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben.’ Die Anwesenheit der Jüngsten ist für uns deshalb keine Frage des Ob, sondern des Wie.“

Ästhetische Zugänge für die Jüngsten zu entwickeln, phantasiereiche und altersgerechte Formate zu konzipieren, dafür stellt das Programm den Teilnehmern in bis zu drei Förderphasen jeweils bis zu 30.000 Euro zur Verfügung. In der ersten Phase erproben die Kultureinrichtungen zusammen mit einem Kooperationspartner aus dem Bildungsbereich – Kita, Grundschule oder Ausbildungseinrichtung –, welche Angebote in den Einrichtungen sinnvoll eingesetzt werden können. In der zweiten Phase werden bewährte Formate im Haus verankert und in das öffentliche Programmangebot übernommen. Optional können die teilnehmenden Institutionen ihr Wissen und Erfahrungen in der dritten Phase an neue Partner weitergeben. „Kulturelle Vermittlungsprogramme für sehr junge Kinder an Kunst- und Kultureinrichtungen sollen selbstverständlich werden“, betont Kronast. Bei der Öffentlichkeitsarbeit über die Veranstaltungsorganisation bis hin zur Programmumsetzung unterstützen die Mitarbeiterinnen und externe Experten der kooperierenden Stiftungen tatkräftig die Institutionen. Bundesweite Netzwerkaktivitäten und Qualifizierungsangebote flankieren die Programmstruktur. Eine programmbegleitende Evaluierung erfasst wertvolle Erkenntnisse und Anregungen hinsichtlich der Zielerreichung und Wirkung in den Einrichtungen und bei den Programmbeteiligten. Auch die herausfordernde Frage nach der Qualität der Kunst und Spiele-­Aktivitäten und ihren Wirkungen auf die Kinder wird dabei in Modellprojekten erörtert.

www.kunstundspiele.org

Ausgehend von Kunst und Spiele initiierten die Programmverantwortlichen mit anderen Stiftungen und Experten aus Kultur, Bildung und Wissenschaft das Netzwerk „Frühkindliche Kulturelle Bildung“, um das Thema noch mehr in die Breite zu tragen. Gemeinsam streben die Teilnehmer Veränderungen auf politischer, fachlicher und struktureller Ebene an. Gefördert wird das Netzwerk durch die Robert Bosch Stiftung, als Träger und Sitz der Geschäftsstelle konnte die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gewonnen werden.

www.dkjs.de/netzwerk-fkb

 

„Schöne neue Welt“ im Schauspiel Köln

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Der Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley bietet die Basis für das neue Stück des jungen Ensembles am Schauspiel Köln. 15 junge Menschen des Import Export Kollektivs untersuchen, wie sehr der „koloniale Blick“ in unserer eigenen Perspektive auf fremde Kulturen verankert ist und fragen nach Parallelen der Schönen neuen Welt und unserer heutigen Gesellschaft. Acht Wochen probten die jungen Teilnehmer, seit September 2019 erlebte das Stück schon 17 ausverkaufte Aufführungen als fester Bestandteil des Repertoires des Schauspiels Köln.

Das Import Export Kollektiv ist das junge Ensemble am Schauspiel Köln. Das diverse Ensemble vereint 28 junge Menschen im Alter von 14 bis 32 Jahren aus sehr vielfältigen Lebenswelten und mit unterschiedlichem Erfahrungswissen. Das Kollektiv wurde bereits 2008 unter der künstlerischen Leitung von Bassam Ghazi als freies Jugendtheaterensemble in Köln-Mülheim gegründet. Seit 2015 gehört das junge Ensemble zum Schauspiel Köln und entwickelt in jeder Spielzeit eine Produktion unter professionellen Bedingungen. Die jungen Künstler des Kollektivs werden für Workshops, Proben und Auftritte finanziell honoriert.

 

Kinder machen Bücher

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Sie heißen Das magische Ei, Der Weihnachtsmann in der Bierflasche, Monster unter sich, Langhaar Lisa, Die bunte Mister-und-Misses-Welt oder Konrad die Kartoffel – 107 Bücher kann man im Online-Shop des Vereins Buchkinder Leipzig bestellen. Zwischen 13 und 22 Euro kosten die reich illustrierten Kinderbücher. Das Außergewöhnliche: Alle Ausgaben sind von Kindern selbst geschrieben, illustriert und gesetzt und in der vereinseigenen Manufaktur gedruckt. Schon seit 2001 gibt es die Buch- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche im Alter von 4 –  18 Jahren. Dort können die jungen Autoren mit zurückhaltender Unterstützung von Erwachsenen ihren Ideen freien Lauf lassen.

Denn Vorgaben oder Einmischung in Inhalte sind bei Buchkinder Leipzig tabu: „Buchkinderarbeit hat in erster Linie mit der Haltung zu tun, aus der Erwachsene den Kindern begegnen: sie zu achten als selbständig denkende und handelnde junge Menschen, sie ernst zu nehmen mit allem, was da ist. Als erwachsene Begleiter verstehen wir uns als Raumgeber für eigene Erfahrungsmöglichkeiten, um eigene Ideen und Vorstellungen hervorzubringen“, sagt Susanne Tenzler-Häusler vom Verein.

Enorm wichtig und motivierend sei die Präsentation der fertigen Bücher, ob vor den anderen Kindern oder sogar auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse. „Spielerisch übernehmen die Autoren Verantwortung für ihr ­literarisches Produkt und entwickeln neben Kreativität und kommunikativen Fähigkeiten auch soziale Kompetenz“, berichtet Tenzler-Häusler.

www.buchkinder.de

 

Anlaufstellen für kulturelle Bildung in den Ländern

Einige Länder haben neben zentralen Anlaufstellen und Förderprogrammen auch Landesvereinigungen für kulturelle Bildung, die als Ansprechpartner fungieren.

Auswahl
Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung: www.kubinaut.de
Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg: www.plattformkulturellebildung.de
Kulturkoffer Hessen: www.kulturkoffer.hessen.de
Arbeitsstelle Kulturelle Bildung Nordrhein-Westfalen: www.kulturellebildung-nrw.de
Kultur.Land.Schule. Fachstelle Kulturelle Bildung Mecklenburg-Vorpommern: www.kubi-mv.de
Generation K. Kultur trifft Schule (Rheinland-Pfalz): www.generationk.de

Verbände, Akademien und Initiativen

Auswahl

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ e.V.): www.bkj.de
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel: www.bundesakademie.de
Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW: www.kulturellebildung.de
Rat für Kulturelle Bildung: www.rat-kulturelle-bildung.de
Kulturelle Bildung. Online: www.kubi-online.de
Initiative Kulturelle Integration: www.kulturelle-integration.de

Förderprogramme des Bundes

Auswahl

Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: Förderung von Modellprojekten und spartenbezogene Förderfonds
Kulturstiftung des Bundes: Förderschwerpunkt Kulturelle Bildung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): Förderung der politischen und kulturellen Kinder- und Jugendarbeit aus dem Kinder- und Jugendplan, Leistungen für Bildung und Teilhabe
Bundesministerium für Bildung und Forschung: Programm „Kultur macht stark“

Förder­möglichkeiten

Eine Übersicht über Fördermöglichkeiten für kulturelle Bildung auf kommunaler Ebene, auf Landesebene und bundesweit hat die Bundeszentrale für politische Bildung zusammengestellt: www.bpb.de/partner/akquisos/292038/kulturelle-bildung-foerdermoeglichkeiten

Vorhaben der Kultur­stiftung der Länder

Die Kulturstiftung der Länder und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien loben erstmalig im Jahr 2020 den von Bund und Ländern gemeinsam ins Leben gerufenen Deutschen Preis für Kulturelle Bildung aus. Ausgezeichnet werden erfolgversprechende Konzepte oder Projekte, die digitale Instrumente innovativ einsetzen und sich durch ein hohes Potenzial für den Transfer in die Breite auszeichnen. Außerdem ist in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes und der Bundeszentrale für politische Bildung auch eine Kongress-Reihe zur kulturellen Bildung in Vorbereitung. Weitere Veranstaltungen, Förderinitiativen und Wissensformate sind in der Entwicklung. Aktuelle Informationen finden Sie jeweils unter www.kulturstiftung.de/kulturelle-bildung auf der Webseite der Kulturstiftung der Länder.

 

Interessen, Zugänge, Finanzierung: Zahlen zur kulturellen Bildung in Deutschland

Anteil an der deutschen Bevölkerung, der die Aussage bejaht, es seien vor allem die klassischen deutschen Dichter und Denker wie Goethe, Schiller und Kant, die unsere Kultur ausmachten
im Jahr 2000: 71%
im Jahr 2016: 46%.

Anteil der 14- bis 29-Jährigen, die sich 1997 für Kunst und Kultur interessieren: 42%
Anteil der 14- bis 29-Jährigen, die sich 2017 für Kunst und Kultur interessieren: 33%

„Kulturelles Interesse wird in hohem Maße familiär tradiert.“

Bei 74% der nach eigenen Angaben kulturinteressierten Schülerinnen und Schüler, von denen zumindest ein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt, waren die Eltern der Auslöser für das eigene Interesse an Kultur.

Bei 33% der nach eigenen Angaben kulturinteressierten Schülerinnen und Schüler aus eher bildungsfernen Elternhäusern haben ihre Eltern das Interesse an Kultur geweckt. 56% sagen, es habe sich „einfach so entwickelt“;  37% sagen, dass ihre Lehrer Auslöser für ihr Interesse an Kultur seien.

„Musik ist Schwerpunkt bei kulturellen Ganztagsangeboten.“

77% der befragten Schulleitungen haben kulturelle Bildung in das Schulprogramm aufgenommen oder planen dies zu tun.

Anteil von Schulen, die im außerunterrichtlichen Ganztag ein Musik-Angebot bereitstellen: 88%;

Literatur-, Film- und Designangebote spielen im Vergleich eine weitaus geringere Rolle .

Der Anteil ausgebildeter Künstlerinnen und Kulturpädagogen im freiwilligen kulturellen Ganztagsangebot der Schulen liegt nach Schätzungen der befragten Schulleitungen im Durchschnitt bei weniger als 20%.

„Webvideos sind für viele Jugend­liche kulturelle Leitmedien.“

86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen Jugendlichen in Deutschland nutzen die Webvideo-Plattform YouTube mindestens einmal pro Woche, 41% mehrmals die Woche.

Beliebteste Genres auf YouTube: „Let’s Play, Gaming, Gaming Trailer“ mit 74 Prozent bei den Jungen, „Musikvideos / Konzerte“ mit 65 Prozent bei den Mädchen

40% der besonders an Tanz und Choreografien interessierten 12- bis 19-Jährigen Mädchen fühlen sich durch die Webvideos „sehr“ angeregt, sich für diese Aktivitäten zu interessieren oder sie selbst auszuüben.

38% der männlichen Befragten, die sich vor allem  für den Bereich Computerspiele und Gaming interessieren, geben an, dass sie sich durch YouTube „sehr“ angeregt fühlen, sich für diese Aktivitäten zu interessieren oder sie selbst auszuüben.

„Die jungen Menschen in Deutschland werden vielfältiger.“

Der Anteil der nicht-deutschen Jugendlichen nahm gegenüber 2015 um fünf Prozentpunkte auf 15 Prozent zu. Insgesamt sind 30 Prozent der Jugendlichen entweder nicht-deutscher Nationalität oder haben einen Migrationshintergrund.

39 % der Jugendlichen in Deutschland sind eher weltoffen orientiert.
33 % sind eher populistisch orientiert.
28 % sind nicht eindeutig positioniert.

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland (56%) hat Angst vor einer wachsenden Feindlichkeit zwischen Menschen, die unterschiedlicher Meinung sind.

Anzahl der an kultureller Bildung beteiligten Förderer in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2010: 2035

Gesamtausgaben für kulturelle Bildungsmaßnahmen in den Jahren 2008 bis 2010 ohne die künstlerischen Schulfächer: 9,68 Milliarden €

Gesamtausgaben für kulturelle Bildungsmaßnahmen inkl. der künstlerischen Schulfächer in den Jahren 2008 bis 2010: 23,4 Milliarden €

 

Zitate und statistische Angaben stammen aus den folgenden Studien: Dr. Steffen de Sombre (2017), Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse: Bildungsbürgertum und Massenkultur; Rat für Kulturelle Bildung (2015), Jugend/Kunst/Erfahrung. Horizont 2015. Studie: Kulturverständnis, kulturelle Interessen und Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen an allgemeinbildenden Schulen. Begegnungsmöglichkeiten und Erfahrungen mit den Künsten; Rat für Kulturelle Bildung (2017), Kulturelle Bildung an Ganztagsschulen. Schulleitungsbefragung zur Gestaltung und Qualitätssicherung des kulturellen Ganztagsangebots; Rat für Kulturelle Bildung (2019), Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung. Horizont 2019. Studie: Eine repräsentative Umfrage unter 12- bis 19-Jährigen zur Nutzung kultureller Bildungsangebote an digitalen Kulturorten; Mathias Albert u.a. (2019), Jugend 2019. Eine Generation meldet sich zu Wort. 18. Shell Jugendstudie; Susanne Keuchel (2013): Mapping kulturelle Bildung. Hinweis: Die Vielzahl verantwortlicher Akteure und die Breite des Begriffs „kulturelle Bildung“ erschwert bis heute eine systematische Erhebung der Finanzierung kultureller Bildung. Die angegebenen Werte gelten als Orientierung.

 

© Foto: Laura Kunkel

Johannes Fellmann

ist Redakteur von Arsprototo, dem Magazin der Kulturstiftung der Länder.