Ausstellungsplakat "iga*61. Die DDR durch die Blume"
AUSSTELLUNGSFÖRDERUNG

„Die DDR durch die Blume“ im Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der Internationalen Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder 1961 und ihrer Nachwirkung bis heute

Zum 65-jährigen Jubiläum des Deutschen Gartenbaumuseums in Erfurt, das zeitgleich mit der Internationalen Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder 1961 eröffnet wurde, zeigt das Museum vom 15. August 2026 bis zum 13. Juni 2027 die Ausstellung „iga*61. Die DDR durch die Blume“. Sie widmet sich der Geschichte der iga und ihrer Nachwirkung bis in den heutigen egapark – einem der bedeutendsten Zeugnisse der modernen Garten- und Landschaftsgestaltung der DDR. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 42.178 Euro.

Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Ausstellung zeigt die Bedeutung des materiellen und immateriellen Kulturerbes der DDR für unsere gemeinsame Geschichte. Für viele Menschen ist das ehemalige iga-Gelände ein Ort voller Erinnerungen, es wird bis heute intensiv genutzt. Die Auseinandersetzung mit der iga*61 eröffnet Perspektiven auf das Spannungsfeld zwischen Politik, Kultur und Alltagsleben in Ostdeutschland vor und nach der Wiedervereinigung. Damit leistet die Schau einen wichtigen Beitrag nicht nur zu einer Kunst- und Kulturgeschichte der Gartenschauen sondern auch zu einer gesamtdeutschen Erinnerungskultur.“

1961 eröffnete auf dem Erfurter Cyriaksberg die iga. Als internationales Schaufenster der DDR sollte die Schau, die als Reaktion auf die westdeutschen Bundes- und Landesgartenschauen initiiert wurde, die Leistungsfähigkeit des Gartenbaus im Sozialismus demonstrieren und zugleich für die Weltoffenheit und Modernität des Staates stehen. Nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner (1902–1968) entstand eine Anlage, die Gartenkunst, Architektur und Kunst zu einem Gesamtkonzept im Stil der Nachkriegsmoderne verband. Mit Ausstellungsflächen, Pavillons und Parkanlagen sowie dem Deutschen Gartenbaumuseum wurde ein Ort geschaffen, der Erholung, Bildung und politische Repräsentation miteinander verknüpfte. Das iga-Gelände entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem zentralen Freizeit- und Kulturort der DDR, an dem beispielsweise Theateraufführungen, Konzerte oder Festivals stattfanden. Nach der Wiedervereinigung veränderten sich Nutzung und Erscheinungsbild des Geländes grundlegend. Gebäude wurden abgerissen oder erhielten eine andere Funktion, Flächen wurden neugestaltet. Heute hat die Anlage unter dem Namen „egapark“ die Funktion eines Garten- und Freizeitparks.

In Kooperation mit dem egapark Erfurt rekonstruiert das Deutsche Gartenbaumuseum die Geschichte der iga und zeigt, inwiefern sie ein politischer, gesellschaftlicher und ästhetischer Raum war. Dabei wird die iga in den Kontext anderer internationaler Gartenbauausstellungen der Nachkriegszeit gestellt, wie sie z. B. in Stuttgart oder Hamburg stattfanden. Die iga wird sowohl als Ausdruck sozialistischer Repräsentation als auch als Ort der Freizeitkultur erfahrbar, mit dem viele Menschen, besonders aus der Erfurter Stadtgesellschaft, persönliche Erinnerungen verknüpfen. Historische Pläne, Fotografien, Filme und Zeitzeugenberichte eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Entstehung, Nutzung und Transformation des Parks. Ergänzt wird die Präsentation durch einen historischen Pavillon auf dem Gelände des egaparks, in dem die Geschichte des Deutschen Gartenbaumuseums als Teil des ursprünglichen iga-Konzepts nacherzählt wird.

Weitere Förderer: Freistaat Thüringen, Bundesstiftung Aufarbeitung, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie SV SparkassenVersicherung, Stadt Erfurt, Zentralverband Gartenbau e. V.

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