Anlässlich des 300-jährigen Jubiläums zeigen die Schlösser Brühl vom 27. Juni bis zum 1. November 2026 die Ausstellung „Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg“. Im Mittelpunkt stehen der Bau des Schlosses Augustusburg und die beteiligten Akteure – von Architekten bis zu internationalen Kunsthandwerkern. Behandelt werden dabei aktuelle Themen wie Arbeitsmigration und der Umgang mit Ressourcen. Die Kulturstiftung der Länder fördert die Ausstellung mit 90.000 Euro.
Dazu Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder: „Die Ausstellung erzählt nicht nur die Entstehungsgeschichte eines herausragenden Rokokoschlosses, sondern macht auch die Baustelle selbst als Ort europäischer Zusammenarbeit sichtbar. Dadurch wird deutlich, dass Themen wie Arbeitsmigration, Fachkräfteaustausch und Wissenstransfer keineswegs nur Phänomene der Gegenwart sind, sondern bereits vor 300 Jahren die Grundlage für Innovation und kulturelle Blüte bildeten.“
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Im Podcast spricht Benedikt Bauer über die Ausstellung „Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg“ im Schloss Augustusburg in Brühl.
Schloss Augustusburg, ehemaliger Sommersitz der Kölner Kurfürsten, ist zusammen mit dem Jagdschloss Falkenlust eines der frühesten und bedeutendsten Zeugnisse des Rokoko in Deutschland und gehört seit 1984 zum UNESCO-Welterbe. Der Grundstein der Residenz wurde 1725 unter Kurfürst und Erzbischof Clemens August von Bayern (1700–1761) gelegt. Da sich die Arbeiten über mehrere Jahrzehnte erstreckten, wurde das Schloss erst 1768 – sieben Jahre nach dem Tod des Bauherrn – vollendet.
Die Ausstellung befasst sich erstmals mit der Schlossbaustelle und den Menschen, die an der Entstehung von Schloss Augustusburg beteiligt waren. Im Mittelpunkt stehen Architekten, Bauleiter, Werkmeister, Gehilfen und Künstler. Beleuchtet werden die Bau- und Handwerkstechniken des 18. Jahrhunderts, die Herkunft der Baumaterialien sowie die damaligen Lieferketten. Außerdem werden die Lebens- und Arbeitswege der beteiligten Fachkräfte rekonstruiert. Dadurch macht die Schau die europäischen Netzwerke des Wissens- und Kulturtransfers sichtbar, durch die sich das Rokoko von Frankreich aus verbreitete und in Brühl seine erste bedeutende Ausprägung in Deutschland fand.
Grundlage der Ausstellung sind neue Forschungen zur Schlossbaustelle und die erstmalige Auswertung historischer Quellen, darunter Baurechnungen, Baupläne und Modelle. Neben Kunstwerken werden unter anderem Werkzeuge und Materialproben sowie eine Skizze des aus der Lombardei stammenden Freskenmalers Carlo Carlone (1686–1775) für die Decke des Gardensaals und bislang nie öffentlich gezeigte Entwürfe von François de Cuvilliés (1695–1768) für den Speisesaal des Gelben Appartements gezeigt.
Weitere Förderer: Rudolf-August Oetker-Stiftung, Freundeskreis Brühler Schlösser und Gärten e. V., Landschaftsverband Rheinland
Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg
27. Juni 2026 – 1. November 2026
Schloss Augustusburg
Parkplatz Max-Ernst-Allee, 50321 Brühl
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 9–16 Uhr, Samstag und Sonntag 10–17 Uhr