Haus Lemke, Hocker aus dem Arbeitszimmer. Entwurf: Mies van der Rohe und Lilly Reich (?), 1934/35, Makassar-Ebenholz furniert, Polsterkissen mit Bezug aus Schweinsleder
Restaurierungsförderung

Restaurierte Ikonen aus dem Haus Lemke

Die Möbel von Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich sind in einer neuen Ausstellung im Kunstgewerbemuseum zu sehen

Das letzte private Bauvorhaben, das Bauhausdirektor Ludwig Mies van der Rohe 1932/1933 vor seiner Emigrierung in die USA in Deutschland realisierte, war das Haus Lemke in Berlin Lichtenberg. Auf Wunsch der Auftraggeber Martha und Karl Lemke fast ausschließlich mit eigens für das Haus entworfenen Möbeln von Ludwig Mies van der Rohe und seiner Partnerin Lilly Reich ausgestattet, waren sowohl das Raumprogramm des Hauses als auch seine materielle Beschaffenheit äußerst bescheiden bemessen. Durchgehend verwendeten Reich und van der Rohe Holzmöbel, deren Farbigkeit je nach Zimmer variierte: Helles Holz kam im Schlafzimmer zum Einsatz. Dunkles Ebenholz bestimmte die Gestaltung des Arbeitszimmers. In Kombination mit gelbem Pergament, das z. B. bei Doppelbett, Sessel und Hocker zum Einsatz kam, gewann das passgenau gefertigte Mobiliar zusätzliche Originalität, jedoch über die Zeit hinweg auch Fragilität.

Bis die Rote Armee das Haus 1945 in Beschlag nahm, bewohnten es Martha und Karl Lemke, den es bei ihrer Flucht nach Westberlin gelang, die Möbel mitzunehmen. Nach dem Tod von Martha Lemke 1984 wurden 17 Möbelstücke dem Kunstgewerbemuseum übereignet.

Das bedeutende Möbelkonvolut, das Krieg, Flucht und fast ein Jahrhundert überdauert hatte, wurde nun in seiner Gesamtheit für die neu konzipierte Ausstellung „Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich“ hergerichtet.

Insbesondere die textilen Bestandteile tierischer Herkunft stellten das Restauratoren-Team vor Herausforderungen: Das pergamentene Leder hat im Laufe der Zeit an Feuchtigkeit verloren und sich zusammengezogen, weshalb es besonders sorgfältig restauriert werden musste. Aber auch Bestandteile der Holzkonstruktionen, insgesamt in solidem Zustand, bedurften konservatorischer Maßnahmen.

Neben der Julius-Lessing-Gesellschaft e. V. unterstützte der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder die Restaurierung bedeutender Bestandteile des Konvoluts und war bei der Ausstellungseröffnung im Kunstgewerbemuseum im Dezember 2025 mit einigen seiner Mitglieder vor Ort.

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