Wie können Museen diverser und zugänglicher werden und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Entwicklungen stärker beteiligen? Mit dieser Frage war PRISMA – das Programm zur Stärkung von Diversität und kultureller Teilhabe an Museen der Kulturstiftung der Länder – bei der Jahrestagung von ICOM Deutschland, dem Nationalkomitee des internationalen Museumsrats, vertreten, die vom 3. bis 5. Dezember 2025 in Hamburg stattgefunden hat. Unter dem Motto „On Fire! Über die Kraft der Museen“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Deutschland und der internationalen Museumsfachwelt im Museum für Kunst und Gewerbe zusammen, um über die zukünftige Rolle von Museen in einer vielfältigen Gesellschaft zu diskutieren.
Lara Abul-Ella und Josefina Trittel, Projektkoordinatorinnen von PRISMA, stellten das Programm am Freitag im Rahmen des Panels „MENSCHEN – Von kümmernden Strukturen“ vor, bei dem es um die Selbstwirksamkeit und die Beteiligung von Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern ging. PRISMA unterstützt und begleitet Museen in der diversitäts- und teilhabeorientierten Organisationsentwicklung. Über einen Zeitraum von 15 Monaten durchlaufen Museen ein Programm aus Werkstätten, individuell zugeschnittener Beratung, Vernetzungstreffen und Konferenzen.
Im Anschluss diskutierten sie gemeinsam mit Dr. Sascia Bailer, Autorin und Gründerin des Caring Culture Lab, und Steph Scholten, Direktor des Hunterian Museum and Art Gallery in Glasgow und Professor an der University of Glasgow, darüber, wie Beteiligung und Selbstwirksamkeit für die Menschen, die in Museen arbeiten, aussehen und möglich gemacht werden können. Dabei ging es um diversitätsorientierte Organisationsentwicklung, also darum, wie Museen in der Zusammensetzung ihrer Belegschaft sowie in ihrem Handeln der Vielfalt der Gesellschaft gerecht(er) werden können. Denn bisher gibt es für viele Bevölkerungsgruppen – etwa Menschen mit Migrationshintergrund, einer Behinderung oder Nichtakademikerinnen und -akademiker – Hürden, ein Museum zu besuchen oder in einem Museum zu arbeiten. Dabei gebe es, so die Projektkoordinatorinnen von PRISMA, keine einheitlichen Patentlösungen, sondern es gelte, auf die Bedarfe von Museen in ihrer Unterschiedlichkeit individuell einzugehen. Nach Abschluss der ersten Förderrunde soll das Programm evaluiert werden.
Bereits am Vortag gestalteten Lara Abul-Ella, Josefina Trittel und Projektassistentin Anna Reinöhl den Workshop „Evergreen statt One-Hit-Wonder – diversitätsorientierte Organisationsentwicklung im Museum erfolgreich verstetigen“. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Museen unterschiedlicher Sparten tauschten sich darin zu Herausforderungen in der Organisationsstruktur, Veränderungsprozessen sowie gelungenen und schwierigen Praxiserfahrungen aus ihren jeweiligen Häusern aus. Viele berichteten, dass sie in ihren Museen seit Langem mit Organisationsentwicklungsprozessen befasst seien und die Themen Diversität und Teilhabe dabei eine wichtige Rolle spielen würden. Nachhaltige Veränderungen bräuchten jedoch verlässliche Strukturen, Zeit und Ressourcen und sollten vor allem nicht auf einzelne Projekte zeitlich begrenzt sein.