Aufgaben

Die Initiative Deutsch-Russischer Museumsdialog

Der Deutsch-Russische Museumsdialog stärkt den Austausch zwischen deutschen und russischen Museumskollegen und trägt zur Aufklärung über kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter bei.

Die Kulturstiftung der Länder leitet die Geschäftsstelle der Initiative Deutsch-Russischer Museumsdialog, zu der sich im November 2005 in Berlin rund 80 deutsche Museen zusammengeschlossen haben, die bis heute von Verlusten ihrer Sammlungsbestände an Russland betroffen sind.

Ringelglas, deutsch, 17. Jh., 1958/59 zurückgekehrt in das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Seit mehr als 15 Jahren verhandeln Deutschland und Russland über Kunst- und Kulturgüter aus Deutschland, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee in die damalige Sowjetunion verbracht worden sind. Während in den späten 1950er Jahren seitens der Sowjetunion in bedeutendem Umfang Kunstwerke an über 30 Museen vornehmlich in der DDR zurückgegeben wurden, sind nach dem Nachbarschaftsvertrag von 1990 und dem Kulturabkommen von 1992 keine wirklichen Fortschritte erzielt worden.

Der auf fachlicher Ebene agierende Deutsch-Russische Museumsdialog bündelt die Interessen der betroffenen deutschen Museen und vertritt diese nach innen und außen. Sprecher der Initiative ist der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, die Geschäftsführung hat die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen übernommen.

Wiederaufbauarbeiten im Altarsaal des Pergamonmuseums, 1959
Raffael, Die Sixtinische Madonna, 1512/1513, 1955 zurückgekehrt in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Transparenz, Aufklärung und Zusammenarbeit

Auf Museumsebene bestehen bereits gute Kontakte und Kooperationen zwischen deutschen und russischen Einrichtungen. Ziel der Initiative Deutsch-Russischer Museumsdialog ist es, diese in gemeinsamen wissenschaftlichen Vorhaben weiter zu intensivieren. Zum einen gilt es, den Informationsstand über das nach Russland verbrachte Kulturgut zu verbessern und dazu Archivmaterial systematisch zu erfassen und auszuwerten. Zum anderen sollen gemeinsame Ausstellungsprojekte, Stipendien für Nachwuchskräfte und weitere Kooperationen auf wissenschaftlicher Ebene die fachlichen Kontakte zwischen deutschen und russischen Museumskollegen stärken.

Die Mitglieder des Deutsch-Russischen Museumsdialogs sind davon überzeugt, hierdurch nicht nur zur Aufklärung über den Verbleib der kriegsbedingt verbrachten Kunst- und Kulturgüter beizutragen, sondern vor allem auch ein Netzwerk zwischen den Fachkollegen in Deutschland und Russland zu bilden.